«Diese Gefahr sehe ich nicht», sagte Finma-Präsident Thomas Bauer in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen. «Auf die Reputation hat es aber eine Auswirkung», sagte Bauer in dem am Donnerstag veröffentlichten Interview. Die Finma hatte kurz vor Weihnachten bekannt gegeben, dass sie wegen der Beschattungsaffäre einen Prüfbeauftragten bei der CS einsetzt.

Davor hatte die «NZZ» aufgedeckt, dass die Grossbank nicht nur den Chef des Internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts, Iqbal Khan, vor seinem Wechsel zur Konkurrentin UBS beschatten liess, sondern bereits früher ein anderes Geschäftsleitungsmitglied. Anders als zunächst behauptet, handelte es sich also bei der Beschattung Khans nicht um einen Einzelfall.

Fragen zu Dokumentation und Kommunikation

Dazu, ob Banken ihre Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen überwachen lassen dürfen, äusserte sich Bauer nicht. Der Einsatz von externen Sicherheitsfirmen per se sei kein aufsichtsrechtliches Thema. «Im vorliegenden Fall haben wir aber noch offene Fragen zur Governance, etwa zur Dokumentation, zur Kontrolle, zum Informationsverhalten und zu den Kommunikationsfällen.»

Auch bei der Frage, ob es sich um einen Einzelfall handle, wich Bauer aus: «Es handelt sich für uns um einen Fall, zu dem wir noch Fragen haben.» Die Untersuchung muss demnach auch nicht zwingend zu Sanktionen führen. «Ob sich daraus aufsichtsrechtliche Konsequenzen ergeben oder nicht, ist offen.»

(awp/tdr)