Die deutschen Exporteure leiden nach dem Brexit-Handelsabkommen unter schweren Einbrüchen im Geschäft mit Grossbritannien. Die Ausfuhren fielen auf 9,7 Milliarden Euro, das sind mehr als 20 Prozent weniger, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Zum Vergleich: Die gesamten deutschen Ausfuhren sanken im Januar und Februar nur um 4,5 Prozent. Noch teurer kommt der Brexit allerdings die britischen Exporteure zu stehen: Die deutschen Importe von der Insel brachen im Januar und Februar zusammen um 39,6 Prozent ein auf 4,4 Milliarden Euro.

Bürokratischer Aufwand

Grossbritannien ist 2020 aus der EU ausgetreten. Seit Anfang 2021 gilt vorläufig das erst an Weihnachten ausgehandelte Handels- und Kooperationsabkommen, das für Unternehmen zahlreiche Änderungen und oftmals einen höheren bürokratischen Aufwand mit sich bringt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht davon aus, dass allein deutsche Unternehmen künftig rund zehn Millionen Zollanmeldungen pro Jahr einreichen müssen. Das dürfte etwa 400 Millionen Euro kosten.

Seit 2016 – dem Jahr des Brexit-Referendums – haben die deutschen Exporte in das Vereinigte Königreich stetig abgenommen. 2015 hatten sie noch 89 Milliarden Euro betragen, 2020 waren es nur noch knapp 67 Milliarden Euro. 

(reuters/tdr)