Deutschland erwägt Regierungskreisen zufolge wegen der Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus ein Verbot von Flügen aus Grossbritannien und Südafrika. Eine Einschränkung von Flügen aus den beiden Regionen sei «eine ernsthafte Option», hiess es am Sonntag in Kreisen des Bundesgesundheitsministeriums.

Ein Sprecher von Ressortchef Jens Spahn (CDU) sagte dazu: «Das Bundesgesundheitsministerium verfolgt die Entwicklung in Grossbritannien sehr genau, ist in Kontakt mit den europäischen Nachbarn und wertet mit Hochdruck die Informationen über die mögliche Virus-Variante aus.»

Grund: Virus-Mutation

Die Niederlande haben von Sonntagmorgen an bereits Passagierflüge aus Grossbritannien zunächst bis zum 1. Januar verboten. Bei einer Probe aus den Niederlanden sei die gleiche neue Form des Virus festgestellt worden wie in Grossbritannien, erklärte die niederländische Regierung.

Am Samstag hatte der britische Premierminister Boris Johnson strengere Beschränkungen verhängt, denn die Infektionszahlen stiegen in Grossbritannien zuletzt deutlich. Grund ist nach Aussagen der Regierung wahrscheinlich eine Coronavirus-Mutation.  

Formale Rechtsverordnung notwendig

Wegen einer Änderung im Bevölkerungsschutzgesetz dürfte eine Reaktion der Bundesregierung länger dauern als bisher üblich. In der Vergangenheit hätte Spahns Ressort per Anordnung und im Einvernehmen mit dem Bundesverkehrsministerium rasch und quasi über Nacht handeln können.

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Nun ist eine formale Rechtsverordnung der gesamten Bundesregierung nötig. (Reuters/ag)