SPD, Grüne und Linke wollen eine Vermögenssteuer wieder einführen. Sie soll helfen, nach der Corona-Krise die deutlich gestiegenen Schulden abzutragen und dem Staat mehr Einnahmen zu bescheren. Die Pläne sind jedoch umstritten, Union und FDP lehnen sie klar ab. «Weil die Steuer nur aufwändig zu erheben und teilweise zu umgehen sein wird, könnte das Aufkommen aus dieser Steuer weit hinter den Erwartungen zurückbleiben», sagte Fuest.

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«Falls aber Umgehungen nicht möglich sind, würden Investitionen, Wachstum und Beschäftigung in Deutschland Schaden nehmen, was den Zufluss aus anderen Steuerquellen senken könnte.» Insgesamt mindere die Steuer Anreize, Investitionen zu tätigen und Kapital aufzubauen, in einer am Montag veröffentlichte Studie für die Stiftung Familienunternehmen

Ähnlich argumentieren Familienunternehmer, die von der Steuer besonders stark betroffen wären. «Eine solche Steuer setzt einen Anreiz zum Kapitalabfluss ins Ausland», sagte Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. «Dies würde gerade die Familienunternehmen mit ihrem oft hohen Eigenkapitalanteil in ihrer Solidität angreifen.»

Die Vermögenssteuer ist auch zur Umverteilung zwischen reich und arm gedacht. Fuest sagte, die Ungleichheit bei Vermögen sei seit 2007 aber konstant. In internationalen Vergleichen werde sie oft überzeichnet, weil Vermögen aus Renten- und Pensionsansprüchen ausgeblendet würden. «Denn das spielt in Deutschland eine grössere Rolle als in anderen Ländern.»

(reuters/tdr)