EasyJet-Gründer Stelios Haji-Ioannou ist mit seiner Revolte gegen Vorstand und Verwaltungsrat der britischen Billigfluggesellschaft gescheitert. Alle vier Anträge von Haji-Ioannou wurden von den Aktionären abgeschmettert, wie Verwaltungsratschef John Barton am Freitag erklärte. Firmengründer Haji-Ioannou, dessen Familie 34 Prozent an EasyJet hält, wollte Barton, Vorstandschef Johan Lundgren, Finanzchef Andrew Findlay und Verwaltungsratsmitglied Andreas Bierwirth abberufen lassen und hatte deshalb eine ausserordentliche Hauptversammlung einberufen, die am Freitag am Flughafen London-Luton stattfand. Haji-Ioannou befürchtet, dass sich Easyjet mit der geplanten Bestellung von 107 neuen Airbus-Flugzeugen für 4,5 Milliarden Pfund in der Coronakrise finanziell übernimmt.

Doch seine Anträge bekamen nur Zustimmungsquoten von 42,4 Prozent. Von der Gründerfamilie abgesehen hätten sich 99 Prozent der Aktionäre hinter das Management gestellt, erklärte Easyjet. «Ich kann ihnen versichern, dass wir alles nur Mögliche tun, um sicherzustellen, dass Easyjet mit seinen Stärken aus der Krise herauskommt«, sagte Barton den Aktionären. Das Management hält die Erneuerung der veralteten Flotte für notwendig und glaubt, dass EasyJet auch einen anhaltenden Einbruch des Flugverkehrs nach der Coronakrise bewältigen kann.

Haji-Ioannou steht seit seinem Abschied 2010 auf Kriegsfuss mit der Führung des Unternehmens, das er 1995 als Europas zweite Billigfluglinie gegründet hatte. Vor dem Aktionärstreffen hatte er sogar eine Belohnung von fünf Millionen Pfund für Hinweise auf verdächtige Beziehungen des EasyJet-Managements mit Airbus ausgesetzt, die zur Stornierung des Grossauftrags führen. Barton sagte nach der Versammlung, er hoffe, dass künftig wieder eine konstruktive Zusammenarbeit mit Haji-Ioannou möglich sei.

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(reuters/me)