Die Lufthansa-Tochter Eurowings will wegen der Flaute im Zuge der Coronakrise etwa jeden dritten Arbeitsplatz in der Verwaltung abbauen. «Wir haben in der Verwaltung rund 1000 Stellen und davon werden wir rund 300 streichen», sagte Eurowings-Chef Jens Bischof am Montagabend in der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf.

Eurowings wolle die Kosten senken und auch dazu beitragen, dass die Muttergesellschaft das mit der Bundesregierung vereinbarte neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket möglichst schnell zurückzahlen könne.

Ingesamt beschäftigt der Billigflieger etwa 4000 Mitarbeiter. Zahlen für einen Jobabbau in anderen Bereichen nannte Bischof nicht. «Im Flugbetrieb kommt es auf die Konzepte an, die wir mit unseren Sozialpartnern erreichen - gerade auch, was die mögliche Aufteilung der Kollegen der Germanwings auf die Lufthansa und die Eurowings betrifft.» Der Manager verwies auf Prognosen, wonach es bis 2023 dauern könne, ehe die Branche wieder das Niveau von 2019 erreichen wird.

Hören Sie im Podcast «HZ Insights»: «Flugreisen in Corona-Zeiten: Wie sauber ist die Kabinenluft?»

Kleinere Flotte

Daher werde Eurowings auch seine Flotte verkleinern. «Wir werden voraussichtlich statt den 2019 geflogenen 139 Flugzeugen 2021 perspektivisch nur gut 90 Flugzeuge in der Luft haben. Natürlich hängt das jetzt von einigen Prognosen und natürlich auch von den Reisebeschränkungen und dem Nachfragedruck ab.»

Anzeige

Eurowings hat wie die gesamte Branche starke Einbussen durch die Folgen der Coronakrise. Normalerweise habe Eurowings 70.000 bis 80.000 Fluggäste pro Tag, berichtete Bischof. Den Tiefpunkt habe die Airline im April mit 1000 Fluggästen am Tag gesehen. «Wir haben im April Umsatzeinbussen von 95 Prozent gehabt und konnten unsere Kosten um knapp 70 Prozent reduzieren, so dass immer noch am Tag knapp zwei Millionen bei Eurowings alleine aus der Kasse geflossen sind, die wir nicht kompensieren konnten.»

(awp/tdr)