Nach einer neuen Berechnung des Wirtschaftswissenschaftlers Friedrich Schneider von der Johannes-Kepler-Universität in Linz für die Zeitung «Welt am Sonntag» erhöht sich der Anteil der Schwarzarbeit am Bruttoinlandprodukt (BIP) in diesem Jahr von rund neun auf elf Prozent. Das entspreche einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um 32 Milliarden Euro auf etwa 348 Milliarden Euro.

Schneider legt mit dem Institut für angewandte Wirtschaftsforschung in Tübingen regelmässig eine Schätzung zur Schwarzarbeit vor. Ende Mai hatte er einen Anstieg auf rund 344 Milliarden Euro prognostiziert, im Februar waren die Experten von 322 Milliarden Euro ausgegangen.

Dazuverdienst bei Kurzarbeit

Seit 2003 ist Schattenwirtschaft in Deutschland nach früheren Angaben jährlich zurückgegangen - ausser 2009 während der Finanzkrise. Schneider erklärt dies so: Wenn die Lage am Arbeitsmarkt gut sei, Mitarbeiter händeringend gesucht würden und die Wirtschaft wachse, sinke Schwarzarbeit. Wegen des aktuellen Konjunktureinbruchs versuchten Menschen, neben der Kurzarbeit etwas dazuzuverdienen.

In der "Welt am Sonntag" bekräftigte Schneider: «Die Leute haben durch Kurzarbeit mehr Zeit und zum Teil kräftige Einkommenseinbussen, das treibt sie in die Schattenwirtschaft.»

(sda/dhü)