Facebook will seine geplante Kryptowährung Libra nur mit Zustimmung der Aufsichtsbehörden einführen. Bedenken müssten vor dem Start ausgeräumt werden, hiess es in einem für eine Anhörung im US-Kongress vorbereiteten Redetext vom für Libra zuständigen Facebook-Manager David Marcus.

Libra solle weder als Konkurrenz zu traditionellen Währungen aufgebaut werden noch solle sie in die Geldpolitik eingreifen. «Für die Geldpolitik sind die Notenbanken zuständig», wird Marcus zitiert. Er soll am Dienstag und Mittwoch im US-Kongress Rede und Antwort stehen.

Konkret, so Marcus, solle die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma für «angemessene regulatorische Rahmenbedingungen» bei Libra sorgen. 

Finma: «Mit den Initianten in Kontakt»

«Die Libra Association erwartet, dass sie lizensiert, reguliert und einer Aufsicht unterstellt wird», so Marcus. Mit der Finma habe die Libra Association bereits erste Diskussionen geführt. Die Gespräche werden auch von der Finma bestätigt: «Die Finma kennt das Projekt Libra und steht mit den Initianten des Projekts in Kontakt», erklärte ein Finma-Sprecher am Dienstag auf Anfrage der Agentur AWP.

Auf Einzelheiten wollte er aber nicht eingehen: «Grundsätzlich ist es die Rolle der Finma, solche Projekte aus der Perspektive des schweizerischen Finanzmarktrechts zu beurteilen.»

Neben der Finma will die Libra Association laut Marcus mit US-Behörden etwa bezüglich Geldwäscherei-Bekämpfung zusammenarbeiten. So wolle sie sich beim Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) des US-Finanzministeriums als Zahlungsdienstleister registrieren.

Anzeige

Das Projekt stösst auf Ablehnung

Eigentlich soll Libra in der ersten Jahreshälfte 2020 an den Start gehen. Mit der Ankündigung im Juni schreckte Facebook Notenbanken und Politiker weltweit auf.

Zuletzt zeigte sich US-Finanzminister Steven Mnuchin besorgt über die Pläne. Sein Ministerium habe dem Konzern und anderen Anbietern von finanziellen Diensten klargemacht, dass sie die gleichen Massnahmen zum Kampf gegen Geldwäsche und Terror-Finanzierung umsetzen müssten wie traditionelle Firmen, sagte Mnuchin am Montag. Das soziale Netzwerk sei «weit davon entfernt», von den Behörden grünes Licht für Libra zu erhalten.

(reuters/AWP/mbü)