Der Finanzchef der Trump Organisation, Allen Weisselberg, hat sich am Donnerstag den Behörden gestellt. Weisselberg und der Gesellschaft des Ex-Präsidenten drohen erste Anklagen in einer Untersuchung, die Donald Trump schon seit Jahren im Visier hat. Weisselberg ist ein langjähriger Geschäftspartner von Trump. Während dessen Präsidentschaft hat er mitgeholfen, Trumps Immobilien-Imperium zu leiten. Weisselberg werde auf nicht schuldig plädieren, sagte sein Anwalt.

Es werde erwartet, dass Bezirksstaatsanwalt Cyrus Vance im weiteren Verlauf des Tages Anklage gegen Weisselberg und die Trump Organisation erhebt, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Dabei dürfte es vor allem darum gehen, ob Weisselberg und andere Manager Vergünstigungen erhielten und Vorteile genossen haben, wie etwa mietfreie Appartements und geleaste Autos, ohne sie korrekt steuerlich auszuweisen.

Die Trump Organisation warf der Staatsanwaltschaft in einer Mitteilung vor, sie wolle Weisselberg als Bauernopfer nutzen. Es solle versucht werden, verbrannte Erde zu hinterlassen und dem ehemaligen republikanischen Präsidenten zu schaden. «Das ist keine Justiz; das ist Politik,» hiess es in der Mitteilung. Trump selbst hatte jegliches Fehlverhalten bestritten und die Ermittlungen als Hexenjagd politisch motivierter Staatsanwälte bezeichnet. Bezirksstaatsanwalt Vance ist Demokrat.

Gegenwärtig wird nicht damit gerechnet, dass auch Trump noch in dieser Woche beschuldigt wird. Sein Anwalt Ronald Fischetti erklärte allerdings, dass laut Staatsanwaltschaft die Durchleuchtung seines Unternehmens weitergehe. Wie er am Montag sagte, habe diese nahegelegt, dass die Anschuldigungen im Zusammenhang mit Steuern und Zusatzleistungen stünden.

(awp/tdr)