Die Schweizer Medtechbranche rechnet für das von der Coronakrise geprägte Jahr 2020 mit einem Umsatzrückgang von zwei Prozent. Dies geht aus der am Mittwoch publizierten Branchenstudie «Schweizer Medizintechnikindustrie» (SMTI) von Swiss Medtech hervor.

Für das Folgejahr seien die Unternehmen zuversichtlich und erwarteten ein Wachstum von über acht Prozent, heisst es in der Umfrage. An dieser haben gemäss den Studienautoren insgesamt 440 Firmen teilgenommen.

Investitionen in der Schweiz

Mehr als zwei Drittel der Unternehmen planen gemäss der Studie ausserdem in den nächsten zwei Jahren ausschliesslich in der Schweiz zu investieren. Medizintechnische Kompetenz, ein stabiles Wirtschaftsumfeld sowie eine hohe Arbeitsproduktivität sind die meistgenannten Gründe für Investitionen hierzulande.

Im Durchschnitt wendeten die Hersteller ausserdem etwa zehn Prozent ihres Umsatzes für Forschung und Entwicklung auf. Wichtigste Handelspartnerin der Schweizer Medtech-Branche bleibt derweil die Europäische Union (EU).

Die EU nehme der Schweizer Medizintechnikindustrie 46 Prozent ihrer Exporte ab, heisst es weiter. Umgekehrt stammten 54 Prozent des in die Schweiz importierten Medtech-Volumens aus der EU.

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Zugang zum Binnenmarkt

Mit Blick nach vorne bleibt eine der grössten Sorgen der Schweizer Hersteller von Medizinprodukten, dass sie den freien Zugang zum EU-Binnenmarkt verlieren könnten. Ein Problem sind die noch ungelösten Fragen zum institutionellen Rahmenabkommen zwischen der EU und der Schweiz.

Es sei derzeit nicht sichergestellt, ob das für den barrierefreien Marktzugang notwendige Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen (Recognition Agreement - MRA) aktualisiert werde. Das bringe die Branche in «grosse Bedrängnis».

Warnung vor Begrenzungsinitiative

Zudem stehe die Volksabstimmung über die Begrenzungsinitiative vor der Tür. Eine Annahme der Initiative am 27. September würde den Fachkräftemangel in der Branche verschärfen, heisst es weiter.

Die Schweizer Medizintechnikindustrie beschäftigt gemäss den Angaben der Studie rund 63'000 Personen und schuf in den letzten zwei Jahren 4'500 neue Arbeitsstellen in der Schweiz. Insgesamt 1'400 Unternehmen erwirtschafteten 2019 einen Umsatz von 17,9 Milliarden Franken.

Der Exportanteil liegt gemäss Swiss Medtech mit 12 Milliarden Franken bei 67 Prozent. Importiert hat die Schweiz Medizinprodukte im Wert von 5,9 Milliarden.

(awp/tdr)