Die Eidgenössischen Hochschulen und Forschungsanstalten verschweigen bei Beschaffungen systematisch Angaben zu den Einkaufspreisen. Dies schreibt der «SonntagsBlick». Die Zeitung beruft sich auf neueste Zahlen der Plattform Intelli Procure, die von der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit der Uni Bern aufbereitet wurden. So habe die Empa seit dem Jahr 2008 rund 90 Prozent ihrer Zuschläge ohne Preisangabe publiziert. Bei der EPFL waren es 59 Prozent und die ETH Zürich kam auf einen Wert von 46 Prozent.

Die Verantwortlichen rechtfertigen ihre Heimlichtuerei mit Art. 23 des Beschaffungsgesetzes, wonach Preise nicht genannt werden müssten, falls berechtigte wirtschaftliche Interessen der Anbieter beeinträchtigt würden. Als Forschungseinrichtungen mit sehr spezifischen Anforderungen gebe es bei Anschaffungen oftmals nur einen sehr kleinen Anbietermarkt - und deshalb hätte Information über den Zuschlagspreis eine wettbewerbsverzerrende Wirkung, hiess es zur Verteidigung der betroffenen Institutionen. Allerdings zeige das Beispiel der Universität Zürich, die dem kantonalen Beschaffungsrecht unterliege, dass es auch anders gehe. Sie nenne in 100 Prozent der Beschaffungsfälle die Preise für den Zuschlag, so die Zeitung. (sda/val)