Die Sommerferien stehen vor der Tür. Nach zwei Jahren Corona planen viele Menschen Ferien im Ausland. Doch weltweit fehlt das Personal bei Airlines und an Flughäfen. Es droht ein Flugchaos in den Sommermonaten.

Zusätzlich verschärft nun eine Welle von Streiks und Flugausfällen die Verkehrskrise in Europa weiter. So wollen Angestellte bei den Airlines Ryanair, Easyjet, British Airways und beim Flughafenbetreiber Aéroports de Paris in den kommenden Tagen streiken. Im Vereinigten Königreich wurde das Verkehrschaos durch einen Bahnstreik noch verschlimmert.

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Dabei fordern die Gewerkschaften mit Nachdruck Gehaltserhöhungen, um mit der Inflation Schritt zu halten, bessere Arbeitsbedingungen, Sozialleistungen und die Einhaltung der lokalen Arbeitsgesetze.

Airlines streichen europaweit Flüge

Abgesehen von den Streiks zwingt der akute Personalmangel die Airlines europaweit dazu, ihre Flugpläne für den Sommer zu kürzen. So hat die Deutsche Lufthansa am Freitag die Zahl der Flüge, die sie im Juli und August streichen wird, auf 3100 erhöht.

Auch die Lufthansa-Tochter Swiss muss für Sommer und Herbst weitere Flüge absagen. Von den 18’500 geplanten Flügen im Juli und August werden 2 Prozent gestrichen.

Flughäfen künden Obergrenze für Flüge an

Bereits jetzt spielen sich chaotische Szenen auf den Flughäfen in Amsterdam, London, Frankfurt und Paris ab: Menschen stehen stundenlang Schlange, nur um zu erfahren, dass ihre Flüge gestrichen wurden.

London Gatwick und Amsterdam Schiphol, zwei der grössten Drehkreuze in der Region, haben sogar eine Obergrenze für Flüge angekündigt.

Auch in Düsseldorf und Köln/Bonn herrschte Chaos am Wochenende – viele Reisende erhielten in letzter Minute Flugannullierungen. Aufgrund einer IT-Störung in der Gepäckförderanlage musste in Düsseldorf am Samstag sogar die Feuerwehr aufgeboten werden, um die Koffer zu verladen.

Flughafen Zürich hat genug Personal

Um weiteres Chaos im Sommer zu verhindern, plant die deutsche Regierung nun befristete Anstellungen für ausländische Hilfskräfte an den Flughäfen. Ziel sei es, eine vierstellige Zahl an Fachkräften aus der Türkei nach Deutschland zu holen.

In der Schweiz ist das nicht nötig. Der Flughafen Zürich ist laut eigenen Angaben auf den Besucheransturm in den Sommermonaten vorbereitet. Personal sei genügend vorhanden. Auch die Flughafendienstleisterin Swissport zeigt sich optimistisch: Man verfüge über genügend Personal, um den regulär angekündigten Flugplan abzudecken.

Es sei aber mit Verspätungen und längeren Wartezeiten zu rechnen während der Abflugspitzen an Spitzentagen oder während operativer Unregelmässigkeiten wie Gewitter oder Systemausfällen.

Swissport hat 850 neue Mitarbeitende rekrutiert

Swissport hat seit Dezember 2021 die grösste Rekrutierungskampagne in der Schweiz seit Unternehmensbestehen gestartet: Insgesamt wurden bis im Juni 2022 schweizweit über 850 neue Mitarbeitende rekrutiert, trainiert und angestellt.

«Die Rekrutierungsmassnahmen werden nach wie vor weitergeführt, da mit einer weiteren Erhöhung des Flug- und Passagiervolumens zu rechnen ist», sagt eine Sprecherin.

Dabei können sich auch Personen aus dem Ausland bewerben. Vor allem an den Flughäfen in Basel und Genf gehen etliche Bewerbungen aus den angrenzenden Nachbarländern ein. 

 (Bloomberg/SDA/bsc)