Veraison will ihr Tätigkeitsfeld ausweiten und auch in Unternehmen ausserhalb der Schweiz investieren. Zudem will sich die Investmentgesellschaft als Sponsor und Investor im Bereich von Schweizer börsennotierten Akquisitionsvehikeln (Special Purpose Acquisition Companys, SPACs) einbringen.

Das heisst es in einer Mitteilung vom Montag. Diesem Geschäftsmodell nehme sich Mitgründer Gregor Greber an. Er zieht sich gleichzeitig aus allen operativen Tätigkeiten bei Veraison zurück, bleibt jedoch Mitglied des Verwaltungsrats, wie es weiter heisst.

Fokus auf «Hidden Champions»

Die als aktivistische Aktionärin bekannte Gesellschaft setzt dabei auf ihr breites Knowhow und zeigt sich optimistisch, dass es zusammen mit erfahrenen Unternehmern und Industrieexperten gelingen kann, sogenannte «Hidden Champions» an die Schweizer Börse zu führen und nachhaltig weiterzuentwickeln.

Mit dem Unternehmen VT5 sei der erste Schweizer SPAC startklar, schreibt Veraison weiter. Er sei mit renommierten Beratern IPO-reif aufgesetzt worden und das Interesse von Investoren sei gross. Das hätten entsprechende Sondierungen bei institutionellen Anlegern in der Schweiz und im Ausland gezeigt.

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Dabei nehme man zur Kenntnis, dass die regulatorischen Organe der Börsenbetreiberin SIX auf Anregung der Finanzmarktaufsicht Finma die aktuellen Kotierungsregularien um das Thema SPAC ergänzten, wie es weiter heisst.

Engagements über die Schweiz hinaus

Der Engagement Fund von Veraison werde auch weiterhin signifikante Beteiligungen an börsenkotierten Gesellschaften in der Schweiz halten und sich dort aktiv einbringen. Geprüft würden in Zukunft aber auch ausgewählte Engagements in Gesellschaften in Europa. Eine erste Position sei im Aufbau, weitere seien «auf dem Radar», wie die Gesellschaft schreibt.

Die Investmentgesellschaft ist bekannt dafür, bei Unternehmen, in denen sie engagiert ist auf Veränderungen im Management, Verkäufe von Unternehmensteilen oder Abspaltungen zu drängen. In der Vergangenheit war dies etwa bei den Investitionen in Aryzta oder Implenia der Fall.

SPACs sind leere Unternehmenshüllen, die mit einem Börsengang Geld einsammeln und erst danach auf die Suche nach einem Unternehmen als Akquisitionsziel gehen. Das Geschäft mit solchen «Blankoscheck-Firmen» boomt in den USA, inzwischen schwappt der Trend auch nach Europa herüber.

(awp/mbü)