Es ist in aller Munde: Die Corona-Pandemie hat den Durchbruch für das digitale Arbeiten gebracht. Im Team schaffen per Videokonferenz, flexibles Wechseln zwischen Homeoffice und persönlicher Präsenz in der Firma: Was über Jahre nur zäh getestet wurde, ist plötzlich vollumfänglich möglich. Eine gute Entwicklung?

Wahrscheinlich mit Einschränkungen, zumindest gibt darauf das diesjährige Schweizer HR-Barometer von der ETH Zürich einen Hinweis. Die Umfrage bildet einen breiten Querschnitt durch die arbeitende Bevölkerung der Schweiz ab. Demzufolge sind viele Unternehmen digitalaffin: 74 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Arbeitgeber gewillt sei, digitale Lösungen zu nutzen. Bei fast der Hälfte der Arbeitgeber seien demzufolge Kernprozesse der Arbeit digitalisiert und automatisiert worden.

Webseiten und E-Mails überprüft

Der Flexibilität der Arbeitnehmenden auf der einen Seite, steht dem gegenüber zunehmende digitale Überwachung. Fast jeder zweite Arbeitgeber blockiert missliebige Webseiten auf den Arbeitsgeräten. Bei gut jedem fünften (22 Prozent) wird ausserdem protokolliert, welche Webseiten er besucht.
Und bei immerhin 14 Prozent der Angestellten prüft der Arbeitgeber die geschäftlichen Mails. Die Aufzeichnung von Telefongesprächen ist vor allem in Call Centern verbreitet. Trotzdem fühlt sich nur eine Minderheit der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber in ihrer Privatsphäre gestört.

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Grundsätzlich aber beeinträchtigt es die Arbeitszufriedenheit der Angestellten, wenn ihre Arbeit stark digitalisiert ist. Entscheidend ist dabei nicht der Digitalisierungsgrad des Unternehmens, sondern inwieweit die Arbeit des Einzelnen digitalisiert und überwacht wird, so die Autoren der Studie. Sie mahnen einen respektvollen Umgang mit den Mitarbeitenden an.

(me)

Die komplette Studie