Der letztes Wochenende in der Gefängniszelle tot aufgefundene US-Unternehmer Jeffrey Epstein hat sich dem offiziellen Obduktionsbericht zufolge selber umgebracht. Das berichteten US-Medien übereinstimmend.

Viele Verschwörungstheorien

Damit bestätigte der Bericht die wahrscheinliche Annahme, dass Epstein - dem Missbrauch von Minderjährigen vorgeworfen wurde - Suizid beging. Nach Epsteins Tod hatten einige Verschwörungstheorien behauptet, der Multi-Millionär sei ermordet worden. 

Der wegen mutmasslicher Sexualverbrechen angeklagte Epstein habe sich laut dem Obduktionsbericht erhängt, hiess es in den Medienberichten. Der frühere Investmentbanker war vor einer Woche tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden worden.

Wärter schliefen

Der Selbstmord war möglich geworden, weil Epsteins Wächter trotz eines vorausgegangenen Suizid-Versuchs zwei Wochen zuvor ihre Aufsichtspflicht grob verletzten. Statt wie vorgeschrieben alle 30 Minuten nach dem Inhaftierten zu schauen, seien die beiden Beamten in der Gefängniseinheit Epsteins eingeschlafen und hätten dessen Zustand für rund drei Stunden nicht kontrolliert.

Direktor versetzt

Der in Finanz- und Politkreisen bestens vernetzte Epstein sass in einer Haftanstalt in Manhattan ein, wo er bis zum Beginn seines Prozesses bleiben sollte. Den Prozessauftakt hatte das Gericht vorläufig auf Anfang Juni 2020 festgelegt. Der Geschäftsmann wurde beschuldigt, Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht zu haben.

Laut Anklageschrift baute Epstein zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring auf. Bei einer Verurteilung hätten Epstein, der enge Kontakte zu hochrangigen Politikern und Prominenten hatte, bis zu 45 Jahre Haft gedroht. Zu Epsteins Freunden zählten einst Ex-Präsident Bill Clinton und der heutige Präsident Donald Trump.

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(bar)