Der letzte Verkaufstag finde schweizweit am (heutigen) 3. Januar 2023 statt. Die Zahl der Kunden sei in der Reformhausbranche seit 2016 gesunken. "Nach einem vergleichsweise erfolgreichen ersten Pandemiejahr 2020 ist der Umsatz im Frühling 2021 erneut stark eingebrochen", schrieb die Firma: Dieser Einbruch habe sich im zweiten Halbjahr 2022 noch weiter verschärft und halte bis zum heutigen Tag an.

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Die Pandemie und darauffolgende Krisen hätten die Tendenz der sinkenden Kundenzahlen im Fachhandel zusätzlich akzentuiert. "Dabei etablierten sich keine völlig neuen Phänomene, vielmehr wurden bestehende Trends wie Homeoffice und digitale Einkäufe beschleunigt und innert kürzester Zeit zum Standard in unserer Gesellschaft", schrieb die Müller Reformhaus Vital Shop AG in einem Communiqué.

Preise zu hoch

Der Preis sei als Kaufkriterium in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. "Täglich wurden unsere Mitarbeitenden mit der Aussage konfrontiert, dass unser Angebot zu teuer sei", hiess es weiter: "Andererseits waren wir aus wirtschaftlichen Gründen nicht in der Lage, die Anstellungsbedingungen unserer Belegschaft nachhaltig zu verbessern."

Auf der Basis dieses Spagats bemühte sich die Eigentümerschaft seit Jahren um strategische Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette. "Wir bedauern sehr, dass der gewünschte Erfolg dieser Bemühungen ausgeblieben ist", schrieb das Unternehmen.

Damit endet nach über 90 Jahren die Geschichte der Reformhaus-Kette in der Schweiz. 1929 hatte Rudolf Müller sein erstes Reformhaus am Rennweg 15 in Zürich eröffnet, das heute noch das grösste Reformhaus der Schweiz ist, wie auf der Firmenhomepage steht. Insgesamt hat die Kette 37 Filialen in der Deutschschweiz und im Tessin.