Die Genfer Privatbank Lombard Odier hat im ersten Halbjahr Betriebsertrag und Reingewinn deutlich gesteigert. Dabei kam der Bank vor allem die hohe Aktivität der Kunden an den Finanzmärkten zugute. Nun folgt ein grosses Investitionsprojekt.

Der Betriebsertrag stieg gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 674 Millionen Franken, wie die Bank am Donnerstag mitteilte. Der Anstieg sei einerseits auf die hohen Nettoneugeldzuflüsse zurückzuführen und andererseits hätten die volatilen Märkte zu mehr Kundenaktivität geführt, was die Einnahmen in die Höhe trieb.

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Unter dem Strich steigerte Lombard Odier den Reingewinn um 67 Prozent auf 119 Millionen Franken.

Beim Neugeld verzeichnete das Genfer Traditionshaus einen Zufluss von netto 6 Milliarden Franken gegenüber 10 Milliarden im Vorjahr. Gleichzeitig hatte der coronabedingte Markteinbruch einen negativen Einfluss von 15 Milliarden, sodass die verwalteten Kundenvermögen gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 3 Prozent auf 290 Milliarden abnahmen, wie es weiter hiess.

«Diese Entwicklung ist angesichts der Umstände eher positiv. (...) Wir verzeichneten Zuflüsse von 4 Milliarden von Privatkunden und 2 Milliarden von institutionellen Kunden», sagte der geschäftsführende Gesellschafter Patrick Odier gegenüber AWP. Der umsichtige Managementansatz und die nachhaltigen Strategien, die auf 80 Prozent der Anlageportfolios angewandt wurden, hätten den durch die Krise angerichteten Schaden begrenzt.

Gemäss Patrick Odier reagierte Lombard Odier sehr schnell auf die Krise. Innerhalb weniger Tage hätten 80 Prozent der Mitarbeitenden im Homeoffice gearbeitet. Die von Lombard Odier entwickelte und auch an Dritte vermarktete IT-Plattform habe eine wichtige Rolle bei der raschen Einführung der Arbeit von zuhause aus gespielt, sagte der Genfer Bankier.

Erhebliche Investitionen

Ohne genaue Zahlen zu nennen, kündigte Odier auch erhebliche Investitionen zur Entwicklung der technologischen Infrastruktur an. "Dies wird die grösste Investition von Lombard Odier nach unserem neuen Hauptsitz in Bellevue." Das Projekt werde fünf bis sieben Jahre dauern.

Um die technologische Plattform weiterzuentwickeln und beispielsweise digitale Vermögenswerte wie Token oder Kryptowährungen zu integrieren, sei die Bank eine Partnerschaft mit dem Genfer Fintech-Unternehmen Taurus eingegangen. Nun bereite sich Lombard Odier auf die Aufnahme neuer kleiner und mittlerer Bankenkunden vor.

Für das Gesamtjahr erwartet Lombard Odier ein gutes Wachstum. "Wir sind einigermassen optimistisch. In diesem Sommer haben wir eine Verlangsamung der Kundenaktivität festgestellt, obwohl das Niveau weiterhin hoch ist", sagte Patrick Odier.