Die Chefs der Fluggesellschaften Lufthansa und Condor sind trotz der jüngsten Unsicherheit über Corona-Auflagen für Virusvariantengebiete zuversichtlich über die weitere Erholung der Nachfrage.

«Ich war schon immer optimistischer als viele, dass die Nachfrage schneller zurückkommt als wir denken», sagte Condor-Chef Ralf Teckentrup bei einer Feier zum 10-jährigen Bestehen des Bundesverbandes Deutscher Luftverkehrswirtschaft /(BDL). «Wenn man die Deutschen reisen lässt, sind die sofort am Start, nicht in drei Wochen, sondern übermorgen», sagte der Chef des Ferienfliegers. Lufthansa-Chef Carsten Spohr betonte, er teile den Optimismus. Er sei aber besorgt, dass die europäischen Airlines durch die geplanten neuen Klimaschutzauflagen für die Branche an Konkurrenzfähigkeit gegenüber nicht-europäischen Fluglinien verlören.

Der Fortschritt beim Impfen und das gerade eingeführte EU-weite digitale Impfzertifikat erleichtern Urlaubsreisen unter Auflagen wie Test- und Quarantänepflichten.

Delta-Variante ist da

Zuletzt stiegen in einigen Ländern aber wieder die Infektionszahlen durch die ansteckendere Delta-Virusvariante. So verhängte die Regierung in dieser Woche zur Abwehr von Delta eine zweiwöchentliche Quarantänepflicht für alle Reiserückkehrer aus Portugal und Russland, auch für Geimpfte. Die Länder sind so wie Großbritannien Virusvariantengebiete, die höchste Risikostufe im Bewertungssystem der Regierung. Hunderte Urlauber brachen ihre Reise ab, um vor Gelten der Quarantänepflicht noch nach Hause zu kommen. Portugal ist ein vergleichsweise kleines Reiseziel.

Die Tourismusbranche ist besorgt, dass auch die Massentourismusländer Spanien, Griechenland oder die Türkei als Virusvariantengebiete eingestuft werden könnten. Dann könnten Rückreiseaktionen in großem Umfang notwendig werden wie zu Beginn der Pandemie, Reisen massenhaft storniert werden und Buchungen einbrechen.

(reuters/tdr)