Das Finanzministerium in Kuala Lumpur hatte zuvor mitgeteilt, nach dem Korruptionsskandal um den Fonds 1Malaysia Development Berhad (1MDB) mehrere Firmen auf Schadenersatz zu verklagen. Namen nannte das Ministerium nicht. Die Deutsche Bank erklärte, sie habe keine Unterlagen erhalten und sei sich keiner legitimen Ansprüche bewusst.

Von Schweizer Tochter der JPMorgan auch Geld gefordert

Laut den Gerichtsunterlagen fordert der Staatsfonds ausserdem von der Schweizer Tochter von JPMorgan 800 Millionen Dollar. Das US-Geldhaus lehnte eine Stellungnahme ab. Der Staatsfonds hat weitere Firmen im Visier: Dem Finanzministerium zufolge klagen 1MDB und eine frühere Tochtergesellschaft des Fonds, SRC International, in 22 Zivilklagen auf Schadenersatz in Höhe von insgesamt 23 Milliarden Dollar. Verklagt zahlreiche Einzelpersonen sowie zwei ausländische Finanzinstitute. Die Vorwürfe reichten von Fahrlässigkeit über Vertragsbruch bis hin zu Betrug.

Aus dem Staatsfonds 1MDB, mit dem eigentlich die malaysische Wirtschaft angekurbelt werden sollte, haben nach Erkenntnissen von malaysischen und US-Behörden hochrangige Fonds-Mitarbeiter und ihre Partner zwischen 2009 und 2014 mindestens 4,5 Milliarden Dollar veruntreut. Mit den Geldern sollen Regierungsbeamte bestochen, schwarze Kassen des ehemaligen Ministerpräsidenten Najib Razak finanziert und Schmuck, Gemälde und Immobilien für Hunderte Millionen Dollar gekauft worden sein. Bisher war vor allem Goldman Sachs im Zusammenhang mit dem Skandal in die Schlagzeilen geraten. Das Geldhaus soll Warnsignale für Korruption und Geldwäsche übersehen haben und musste dafür hohe Vergleichs-, Straf- und Entschädigungssummen zahlen.

Anzeige

(reuters/tdr)