Die Meyer Burger-Aktionärin Sentis Capital, hinter der der russische Investor Pyotr Kondrashev steht, hat mit anderen Aktionären eine Gruppe gebildet. Gemeinsam fordert diese nun die Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung und die Wahl von zwei neuen Verwaltungsratsmitgliedern. Ziel ist die Mitsprache bei den anstehenden Strategieentscheidungen.

Denn gemeinsam kontrolliere die Gruppe nun über 10 Prozent der Stimmrechte an dem Solarzulieferer, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Neben Sentis Capital gehören den Angaben zufolge der Teutonia Opportunity Fund und ein Kreis privater Aktionäre zu der Gruppe. Sentis hat ihren Anteil am Aktienkapital auf 8,219 Prozent erhöht, hiess es weiter. Den jüngsten Angaben zufolge belief sich der Anteil zuvor auf 6,14 Prozent.

Karl und Kerekes wollen sich aufstellen lassen

Gefordert wird die Wahl von Anton Karl und Mark Kerekes als zusätzliche Verwaltungsratsmitglieder. Beide Kandidaten sind Co-Geschäftsführer und Verwaltungsratsmitglieder von Sentis. Sie seien aufgrund ihrer Kenntnisse und langjährigen Tätigkeit als Verwaltungsrat, Fondsmanager und Investmentbanker eine ideale Ergänzung des bestehenden Gremiums.

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Meyer Burger hatte Anfang der Woche zusammen mit einer Gewinnwarnung für das Halbjahr angekündigt, Geschäftsmodell und Unternehmensstrategie grundlegend überprüfen zu wollen. Für das erste Semester 2019 wurde aufgrund vorläufiger Zahlen ein Nettoergebnis von Null in Aussicht gestellt. Dass kein Verlust resultierte, sei ausserordentlichen Einnahmen aus dem Verkauf des Wafering-Geschäfts zu verdanken.

Sentis will mit am Tisch sitzen

Aktionärin Sentis will bei den strategischen Entscheidungen nun offenbar mit am Tisch sitzen. Bereits am Mittwoch, also vor der Bildung der Gruppe, hatte Sentis ein Traktandierungsbegehren für eine künftige Generalversammlung (GV) gestellt, mit dem ebenfalls die Wahl von Karl und Kerekes vorgeschlagen wurde.

Angesichts der jüngsten Entwicklungen bei Meyer Burger sei offensichtlich, dass beim Solarzulieferer in nächster Zeit wichtige Entscheidungen anstehen, schreibt die Gruppe in der Mitteilung weiter. Ein allfälliger Strategiewandel und damit einhergehende mögliche Transaktionen müssten unter Einbindung der Eigentümer geschehen und dem Markt transparent kommuniziert werden, so die Forderung.

Sentis hatte bereits früher eine grundlegende Erneuerung des Meyer Burger-Verwaltungsrats gefordert. An der vergangenen GV im Mai wurden eine Reihe von Anträgen gestellt, von denen ein Teil mit Unterstützung des VR angenommen wurde. Der Antrag von Sentis, die nötige Schwelle zur Einberufung einer GV auf 5 von 10 Prozent zu senken, war an der Aktionärsversammlung jedoch abgelehnt worden.

(sda/mbü)