Jenny Fabrics in Ziegelbrücke stellt den Betrieb ein, 96 Angestellte verlieren ihre Arbeit. Es werde sich um einen geordneten Rückzug handeln, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Im Moment hätten die Angestellten im Rahmen des Konsultationsverfahrens die Möglichkeit, Ideen zur Weiterführung des Betriebes einzubringen. Der definitive Entscheid über das weitere Vorgehen soll am 18. Mai fallen.

Der Zusammenbruch des Auftragseingangs wegen Covid-19 habe dem Unternehmen vollends den Weiterbetrieb verunmöglicht. Seit Jahren sinkende Margen, der starke Franken, die Kündigung eines Liefervertrages durch einen Grosskunden sowie die Abwanderung von Grundlast-Aufträgen nach Asien hatten die Lage zuvor schon erschwert.

Lockdown heisst Verschuldung

Der Verwaltungsrat erwartet, dass die Auswirkungen von Covid-19 bis 2021 anhalten. Um die Zeit bis dahin zu überstehen, müssten Kredite von mehreren Millionen Franken aufgenommen werden. Eine Rückzahlung der Gelder würde drei bis vier Jahre beanspruchen.

Dringende Investitionen könnten somit nicht gemacht werden, was auf die Leistung von Maschinen und die Qualität der Produkte einen negativen Einfluss hätte, wie das Unternehmen weiter schrieb. Die Ursprünge der Jenny Fabrics reichen zurück bis ins Jahr 1834. Damals nahm Fridolin Jenny in Ziegelbrücke eine Spinnerei in Betrieb.

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(sda – rap)