Am Montagabend entscheidet der Luganeser Gemeinderat über einen mehrteiligen Rettungsplan für den Flughafen Lugano-Agno. Der Stadtrat von Lugano unterbreitet dem Parlament drei Kredite: 3,6 Millionen Franken für die Rekapitalisierung der Lugano Airport SA (LASA), 1,38 Millionen Franken für die Deckung der Verluste bis Ende 2019 und 780'000 Franken für die Deckung von 60 Prozent der erwarteten Verluste des Jahres 2020. In einer ersten Fassung hatte die Exekutive eine Deckung der Verluste bis Ende 2024 gefordert.

Die Tessiner Parteien haben die Anträge der Luganeser Exekutive unterschiedlich aufgenommen. SVP und Lega haben im Vorfeld die Bewilligung der genannten Kredite befürwortet.

FDP und CVP sprechen sich für einen Mittelweg aus. Sie wollen die Betriebsbeiträge bewilligen, fordern jedoch von der Exekutive, bis Ende September 2020 Verhandlungen mit potenziellen privaten Investoren aufzunehmen, die sich am Flughafenbetrieb beteiligen möchten.

Die SP fordert mit Unterstützung der Grünen eine neue Vorlage inklusive Sozialplan für das entlassene Flughafenpersonal sowie die Deckung des Defizits bis zum Verkauf des Flughafens.

Kantonsparlament verlangt klare Strategie

Am 4. November hatte der Tessiner Kantonsparlament einer Erhöhung der Beteiligung an der Lugano Airport SA (LASA) sowie einer Rekapitalisierung der Gesellschaft in der Höhe von 2,4 Millionen Franken zugestimmt.

Zudem sprach es 920'000 Franken für die Deckung der Verluste sowie ein Kreditrahmen für einen jährlichen Beitrag von 520'000 Franken für die Verluste bis 2024.

Der Tessiner Grosse Rat hat seinen Entscheid allerdings davon abhängig gemacht, ob der Luganeser Gemeinderat bis Anfang kommenden Jahres einen Betriebsplan sowie eine klare Strategie vorlegt.

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SP, Grüne und MPS (Movimento per il socialismo) haben angekündigt, gegen die Entscheidung des Tessiner Grossen Rates das Referendum zu ergreifen.

Konkurse als Ursprung der Probleme

Mit seinem Entscheid machte das Kantonsparlament Anfang November den Weg frei für die Suche nach einer Lösung für den Flughafen Lugano-Agno. Dieser steckt seit dem Grounding der Airline Darwin Ende 2017 in grossen Schwierigkeiten.

Auch die slowenische Adria Airways ging unterdessen Konkurs. Sie hatte bis Ende September als Codeshare-Partner für Swiss die Destination Lugano vom Flughafen Zürich aus bedient. Mit dem Konkurs der Gesellschaft wurden die Flüge zwischen Lugano und Zürich eingestellt. Deshalb bieten die Swiss und die SBB seit dem 16. Oktober einen "Flugzug" zwischen dem Bahnhof Lugano und dem Flughafen Zürich an.

(sda/tdr)