Jahrzehntelang lieferte die Crypto AG, verdeckt kontrolliert vom deutschen Geheimdienst (BND) und der CIA, offenbar manipulierte Chiffriergeräte in alle Welt. In all diesen Jahren stellten die Bundesbehörden nach Verdachtsmeldungen ihre halbherzigen Untersuchungen jeweils rasch ein. Nun, da dieses Geschäftsmodell seit 2018 Geschichte ist, die Firma aufgespalten wurde und beide Teile in privatem Besitz sind, fährt die Bundesanwaltschaft auf breiter Front ein.

In der ersten März-Woche fuhren die Polizisten bei der Crypto International AG im Zugerischen Steinhausen vor, durchsuchten das Gebäude und transportierten Geräte ab. Über die Umstände der Razzia, den Umfang und die Art der konfiszierten Maschinen sowie den konkreten Auslöser der Aktion hüllen die Bundesbehörden und die Crypto International AG sich in Schweigen. Die Bundesanwaltschaft teilt auf Anfrage nur mit, dass sie damit «die unaufschiebbaren sichernden Massnahmen getroffen» habe, bevor allenfalls ein Strafverfahren eingeleitet werde.