Die Credit Suisse Group erwägt unterrichteten Kreisen zufolge eine Zentralisierung ihres Risikomanagements. Wie zu hören war, gelten die Prozesse diesbezüglich, die oft verschiedene Geschäftsbereiche betreffen, in der Chefetage als zu zersplittert. Im Executive Committee wird derzeit die Risikostruktur erörtert.

Angesichts eines Kredits an den Gründer der kollabierten chinesischen Kaffeehauskette Luckin Coffee und eines Deals mit Wirecard-Partner Softbank hat Chief Executive Officer Thomas Gottstein allen Grund, die Riskokontrolle unter die Lupe zu nehmen. Er hatte im Februar die Nachfolge von Tidjane Thiam übernommen, den ein Bespitzelungsskandal zu Fall gebracht hatte.

Die Credit Suisse erklärte, die Bank verfüge über starke Risiko-Abläufe mit ausgezeichneter Erfolgsbilanz. «Nichtsdestotrotz schauen wir uns im Rahmen einer guten Unternehmensführung Möglichkeiten an, wie wir die Wirksamkeit und Effizienz in unserer zweiten Linie der Verteidigungsstrukturen, einschliesslich der Risikoabläufe, weiter verbessern können», hiess es.

CS: Kein Zusammenhang zu Softbank oder Wirecard

Einen Zusammenhang mit «unbegründeten» Medienberichten zu Supply-Chain-Fonds der Credit Suisse und auch zu Softbank/Wirecard gebe es nicht, so die Bank. Bloomberg hatte vergangene Woche berichtet, die Credit Suisse untersuche mögliche Interessenkonflikte und Klumpenrisiken bei Fonds, die auf die Verbindlichkeiten von Startups gesetzt haben, an denen auch der Vision Funds des japanischen Softbank-Konzerns beteiligt ist.

Nachdem die Credit Suisse Lara Warner vergangenes Jahr zur Risikochefin befördert hatte, hat sie informierten Kreisen zufolge die Zusammensetzung des Konzernausschusses für Reputationsrisiken geändert. Das Gremium entscheidet über potenziell nachteilige Kundenbeziehungen und Transaktionen, die von den Sparte gemeldet wurden.

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(bloomberg/gku)