Die Privatbank Lombard Odier, Roche-Erbe André Hoffman und der Chef von Syngenta Erik Fyrwald: Sie gehören alle zu den namhaften Investoren eines neuen Risikokapitalfonds zum Klimawandel. 200 Millionen Dollar schwer soll der Fonds dereinst sein. In einer ersten Runde sind 70 Millionen Dollar gesammelt.

Der Name: Systemiq Capital Fund II. Der Fokus: Climate-Tech-Unternehmen, die zur Verringerung von Emissionen und zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in Bereichen wie Lebensmittelproduktion, Baumaterialien und Transportwesen beitragen. Wirkungsstätte: London. Der Verwalter: Systemiq Capital, eine Investmentfirma, die aus der Nachhaltigkeitsberatung Systemiq hervorgegangen ist. 

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Zu den weiteren Investoren gehören Chad Holliday, ehemaliger Vorsitzender der Öl-Firma Shell und der Bank of America. Als Präsident von Shell war Holliday der oberste Wächter über Peter Voser, heute Präsident von ABB, damals Chef von Shell.

Geldmagnet Clean-Tech

Jeremy Grantham gehört ebenfalls zum illustren Kreis der Förderer des neuen Fonds. Grantham gilt als Bördenguru. Er ist Gründer des Vermögensverwalters GMO, verwaltet 70 Milliarden Dollar für institutionelle und private Kunden, beschäftigt 450 Mitarbeitenden weltweit. Er hat bereits 2019 angekündigt, 1 Milliarde Dollar in die Bekämpfung des Klimawandels stecken zu wollen.

«Geld ist der falsche Massstab»

Macht Geld wirklich glücklich? Wir haben in unserem neuen Buch zehn Superreiche gefragt. Einer von ihnen: Roche-Erbe André Hoffmann.

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Der neue Fonds in London passt zum Zeitgeist. Immer mehr Anleger versuchen, ihre Gelder in nachhaltige Anlagen zu investieren. Sie wollen «Impact». Das Interesse an Unternehmen, die an kohlenstoffarmen Produkten arbeiten und Technologien zur Emissionssenkung entwickeln, wächst.

Climate-Tech-Startups sind auf dem Weg zu einer Rekordfinanzierung in diesem Jahr: Laut Bloomberg stiegen die Investitionen in diesem Sektor im ersten Quartal um 131 Prozent auf 15,7 Milliarden US-Dollar – und das mitten in einem historischen Abschwung und in Zeiten von steigenden Zinsen.

Ex-CEO von Unilever an Bord

«Wir sehen endlich eine Dynamik für eine sauberere, gerechtere und widerstandsfähigere Wirtschaft in der Wirtschaft, im Finanzwesen, bei den Regierungen und in der Gesellschaft, und die grosse Frage ist, wie wir diesen Wandel beschleunigen können», sagte Paul Polman, ehemaliger CEO des Konsumgütergiganten Unilever und Gründungsaktionär von Systemiq Capital, in einer Erklärung.

«Wir müssen sicherstellen, dass die besten Climate-Tech-Innovationen bereit und verfügbar sind.»

Wie viel die einzelnen Investoren eingezahlt haben, ist unklar. André Hoffman, Urenkel des Roche-Gründers, kann es sich jedenfalls leisten: Die «Bilanz» schätzt das Vermögen der Roche-Erben auf 34,5 Milliarden Franken. Das reicht für Platz zwei in der Liste der reichsten Schweizer – geschlagen allein von den Kamprads. 

(bloomberg/ise)