Eine weitere Straffung der Geldpolitik in den nächsten Quartalen sei nicht auszuschliessen, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan am Donnerstag anlässlich der geldpolitischen Lagebeurteilung. Er verwies darauf, dass die jüngste Prognose der Währungshüter ohne eine weitere Straffung Inflationsraten oberhalb des Bereichs der Preisstabilität voraussagt.

Mit dem Wechsel des Zinsregimes bekräftigte Jordan auch die zu erstmals vor drei Monaten geäusserte Absicht, möglicherweise auch Devisen zu verkaufen. Die SNB sitzt auf einem gewaltigen Berg an Devisenreserven - angehäuft während der Verteidigung des 2015 aufgegebenen Euro-Mindestkurses und danach zur Schwächung des Franken.

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"Um die monetären Bedingungen angemessen zu gestalten, sind wir weiterhin bei Bedarf bereit, am Devisenmarkt aktiv zu sein", sagte Jordan. Das Szenario der SNB für die Weltwirtschaft unterliege aber bedeutenden Risiken, betonte er. Sollte sich der Franken übermässig aufwerten, wäre die SNB weiterhin bereit, Devisen zu kaufen.

Mit dem heutigen Entscheid endet eine längere Phase mit negativem SNB-Leitzins. Jordan zog ein positives Fazit: Insgesamt habe sich der Negativzins bewährt. Sein geldpolitischer Nutzen habe die Kosten seiner Nebenwirkungen klar übertroffen.

Gleichzeitig lässt Jordan die Tür einen Spalt weit offen: Der Negativzins werde auch zukünftig ein wichtiges geldpolitisches Instrument der SNB bleiben. "Das wir nötigenfalls einsetzen werden", sagte der Präsident des SNB-Direktoriums.