Der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden (SVAR), zu dem die Spitäler in Herisau und Heiden und das Psychiatrische Zentrum in Herisau gehören, steht seit Jahren unter grossem Kostendruck und schreibt seit 2015 rote Zahlen.

Wegen der Pandemie sind weitere finanzielle Verluste entstanden. Das betriebswirtschaftliche Ziel einer ausgeglichenen Rechnung wurde bei weitem verfehlt, wie der SVAR Ende März mitgeteilte. Die Rechnung 2020 schloss mit einem Minus von 7,2 Millionen Franken ab - trotz eines Beitrags von 6,5 Millionen Franken an coronabedingte Mehrkosten und Ertragsausfälle durch den Kanton.

Knapp drei Wochen später die Hiobsbotschaft: Der Ausserrhoder Regierungsrat habe dem Antrag des SVAR-Verwaltungsrats auf Schliessung des Spitals Heiden per Ende 2021 zugestimmt, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung vom Montag. Der SVAR werde seine Leistungen auf das Spital Herisau und das Psychiatrische Zentrum konzentrieren. Die medizinische Grundversorgung des Kantons bleibe weiterhin gewährleistet.

Der SVAR habe sich in den letzten Jahren trotz zahlreicher Optimierungen und erheblichen Kostenreduktionen unzureichend entwickelt. Die strukturellen Defizite gefährdeten den Fortbestand. Sowohl die Bettenbelegung als auch der Schweregrad der Fällen seien konstant zu tief gewesen, um ein wirtschaftliches Fortkommen an allen drei Standorten zu gewährleisten, heisst es weiter.

Von der Schliessung des Spitals Heiden sind rund 180 Angestellte betroffen. Rund 130 Personen verlieren ihre Stelle. Ausgenommen ist der Rettungsdienst, um die Notfallversorgung im Kanton aufrecht zu erhalten.

Der Berufsverband der Pflegefachpersonen (SBK) zeigte sich am Montag in einer Mitteilung schockiert über das plötzliche Aus des regionalen Spitals Heiden. Bereits 2018 bei der Abstimmung über die Revision des Spitalverbundsgesetzes habe man die Befürchtung über eine Schliessung des Spitals Heiden geäussert. In Appenzell Ausserrhoden können seither die Spitalstandorte aus dem Gesetz über die Spitalverbunde gestrichen werden.

(sda/tdr)