Insgesamt erwirtschaftete Swissquote in den ersten sechs Monaten des Jahres noch einen Nettoertrag von 200,0 Millionen Franken, was einem Rückgang um 24 Prozent entsprach, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. Unter dem Strich resultierte ein um einen Drittel gesunkener Reingewinn von 77,1 Millionen Franken.

Vorsichtige Kunden

Die Erträge gingen im ersten Halbjahr in praktisch allen Geschäftsfeldern zurück. Besonders heftig war der Einbruch im Kryptogeschäft, wo sich die Rallye des Vorjahres im ersten Halbjahr 2022 in eine "rasante Talfahrt" verkehrt habe, wie Swissquote feststellt. Der Nettoertrag aus Kryptoanlagen sackte in der Folge um knapp 70 Prozent ab.

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Die Kunden seien im Handelsgeschäft vorsichtiger vorgegangen, sie hätten aber an ihren Anlagen festgehalten, schreibt Swissquote. Die Online-Bank konnte zudem die Eröffnung von über 34'000 neuen Kundenkonten im Halbjahr und einen Netto-Neugeldzufluss von 5,0 Milliarden Franken vermelden. Die gesamten Kundenvermögen beliefen sich per Ende Juni auf 51,8 Milliarden Franken nach 55,9 Milliarden per Ende Jahr.

Lancierung einer Kryptobörse

Swissquote kündigt nun die Lancierung einer eigenen Kryptobörse per Ende September 2022 an. Das Projekt werde zu einer "grundlegenden Transformation der derzeitigen Handelstechnologie für Kryptoanlagen" führen: So werde Swissquote ein eigenes zentralisiertes Auftragsbuch betreiben, so dass die Kunden untereinander handeln können.

Die gemeinsam mit Postfinance lancierte Mobile App Yuh verzeichnet derweil bereits 75'000 Benutzerinnen und Benutzer, nachdem im Februar noch 50'000 Benutzer vermeldet wurden. Die Angebot von Yuh soll nun mit E-Rechnungen und Angeboten für das Säule-3a-Sparen erweitert werden.

Prognosen revidiert

Aufgrund des "anhaltend unsicheren Umfelds" revidiert die Online-Bank nun auch ihre Prognosen für das Gesamtjahr 2022 nach unten. Neu erwartet sie einen Nettoertrag in der Grössenordnung von 400 bis 420 Millionen Franken (bisher 475 Millionen). Der Vorsteuergewinn für 2022 wird bei rund 190 Millionen (bisher 225 Millionen) prognostiziert.