Die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) fällt einen Entscheid in Sachen Swatch: Gegen die Konzerntochter ETA soll ein Lieferverbot für mechanische Uhrwerke für das nächste Jahr verhängt werden.

Dies beantragt das Sekretariat der Weko, wie die Zeitung «Schweiz am Wochenende» schriebt. Die Behörde werde diese Woche entscheiden. Von der Weko hiess es auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP: «Wir werden nächsten Donnerstag eine Medienmitteilung dazu publizieren. Mehr können wir dazu im Moment nicht sagen», erklärte Weko-Direktor Patrik Ducrey am Samstag. Bei der Swatch Group hiess es auf Anfrage: «Wir können den Artikel grundsätzlich bestätigen.»

Nick Hayek: Entscheid führt zu weniger Wettbewerb

Ein Lieferverbot wäre ein ziemlicher Schlag für ETA, schrieb die Zeitung weiter. Im laufenden Jahr habe sie eine halbe Million mechanische Uhrwerke an Konkurrenten von Swatch verkauft. 2020 wäre es kein einziges Uhrwerk mehr.

Swatch-Chef Nick Hayek kritisierte den Entscheid: «Die Wettbewerbskommission hat doch nicht die Aufgabe, den Markt zu organisieren», wird er in der Zeitung zitiert. Die Weko müsse Marktmacht und deren Missbrauch verhindern. «Doch wenn ETA nicht liefern darf, führt das nicht zu mehr, sondern zu weniger Wettbewerb.» Betroffen vom Lieferverbot wären vor allem ETA-Kunden, unabhängige Uhrenhersteller.

Lieferverpflichtung läuft aus

Im Jahr 2013 hatte die Wettbewerbskommission mit Swatch wegen der marktbeherrschenden Stellung eine einvernehmliche Regelung zur Bereitstellung von ETA-Uhrwerken für bestimmte Drittkunden in festgelegten Mengen abgeschlossen. Die ETA darf laut der Regelung aber auch die Lieferungen an Dritte bis Ende 2019 stufenweise reduzieren. Diese Verpflichtung läuft Ende dieses Jahres aus.

Mit der Regelung hätte eine valable Konkurrenz zur ETA entstehen sollen. Und eine kleinere ETA sollte ab dann keine Marktmacht mehr haben und sich ihre Kunden frei aussuchen können.

Swatch-Konzernchef Hayek hatte vor zwei Jahren erklärt: «Wir sind bereit, im Interesse der Schweizer Uhrenindustrie weiter an langjährige Kunden zu liefern. Aber wir wollen selber entscheiden können und nicht dazu gezwungen werden.» Wie damals am Genfer Uhrensalon SIHH von gut unterrichteten Quellen zu hören war, hatten Swatch und Richemont für 2020 eine Vereinbarung zur Lieferung von ETA-Uhrwerken abgeschlossen.

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Chopard-Co-Präsident und -Eigentümer Karl-Friedrich Scheufele kritisierte nun laut der «Schweiz am Wochenende» den bevorstehenden Entscheid der Weko. Chopard werde 2020 gewisse Uhrenmodelle nicht wie geplant vorstellen können. «Wir werden einige Umsatzeinbussen hinnehmen müssen», wird Scheufele in der Zeitung zitiert.

(sda/gku)