Der Gerichtsprozess von Pierin Vincenz beginnt im Januar. Der 2015 zurückgetretene Manager ist angeklagt wegen gewerbsmässigen Betrugs und Veruntreuung. Bei Firmenkäufen soll er sich privat bereichert haben, lautet der Vorwurf. Und Geldknappheit könnte dabei eine Rolle gespielt haben.

Dass Pierin Vincenz trotz dem üppigen Lohn in finanzielle Engpässe geriet, zeigen neue Dokumente aus dem Strafverfahren. Demnach gewährte ihm der bekannte Unternehmer Peter Spuhler Anfang 2019 einen Kredit in der Höhe von 6,5 Mio. Franken Das Geld habe zur Ablösung einer Hypothek gedient, um die Villa im appenzellischen Teufen zu finanzieren. Darüber berichtet die «NZZ am Sonntag» in ihrer aktuellen Ausgabe.

Laut der Zeitung kennen sich Spuhler und Vincenz seit 40 Jahren vom Studium der Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen. Daraus sei eine enge Freundschaft entstanden. Auch im Militär dienten sie in der gleichen Division als Kompaniekommandanten: Spuhler war bei den Gebirgsgrenadieren, während Vincenz die Füsilierseinheit führte.

Peter Spuhler wollte auf Anfrage der «NZZ am Sonntag» keine Stellung nehmen. Seine Beteiligungsfirma PCS Holding habe die Existenz des Darlehens aber bestätigt. Es laufe Ende Jahr aus. Verbindungen auf geschäftlicher Ebene hätten nicht existiert, so die Zeitung mit Berufung auf die PCS Holding. (val)