Nach dem jüngsten Ausverkauf kehren Anleger in den US-Aktienmarkt zurück. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen zur Eröffnung am Freitag um bis zu drei Prozent, nachdem der Dow Jones am Donnerstag unter anderem wegen der Furcht vor einer zweiten Coronavirus-Infektionswelle um knapp sieben Prozent eingebrochen war.

«Es wird immer Schlagzeilen über steigende Fallzahlen geben», sagte Ryan Giannotto, Chef-Analyst des Fondsanbieters GraniteShares. «Daran müssen sich Märkte, Anleger und Firmen gewöhnen.» Investoren deckten sich vor allem mit Werten ein, die zuletzt unter die Räder gekommen waren.

Boeing, Adobe, SMI deutlich fester

So stiegen die Aktien des Flugzeugbauers Boeing um zehn Prozent, die Titel der Bank of America und der Citigroup um jeweils etwa fünf Prozent, sowie die Papiere der Kreuzfahrt-Gesellschaft Norwegian um fast 14 Prozent. Gefragt waren auch Adobe, die sich um knapp sechs Prozent verteuerten. Dank eines boomenden Cloud-Geschäfts verbuchte der Photoshop-Anbieter einen überraschend hohen Quartalsgewinn.

Auch die Schweizer Börse hat am Freitag einen Teil der Vortagesverluste wieder wettgemacht. Händler erklärten, die Angst vor einer zweiten Coronavirus-Infektionswelle und einer lang anhaltenden Konjunkturflaute sei in den Hintergrund getreten. Stattdessen hätten die Anleger die tieferen Kurse für Käufe genutzt. Der SMI gewann 0,3 Prozent auf 9858 Punkte. Über die gesamt Woche hinweg resultierte dennoch ein Minus von über drei Prozent. Das entspricht der schwächsten Woche seit rund drei Monaten.

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Am Freitag deckten sich Investoren vor allem mit Werten ein, die zuletzt unter Druck standen. Der Luxusgüterhersteller Richemont kletterte 2,5 Prozent, während der Uhrenhersteller Swatch 1,5 Prozent zulegte. Der Personalvermittler Adecco stieg 2,1 Prozent. Dagegen trennten sich die Anleger von krisensicheren Werten wie Novartis oder Nestle.

Die Aktien der Immobiliengesellschaft Ina Invest legten bei ihrem Börsendebut zuerst zu, rutschen mit einem Kurs von 22,06 Franken dann aber um 1,6 Prozent unter den Ausgabepreis. Die Aktien der Muttergesellschaft Implenia kletterten um 5,8 Prozent. Der Flughafen Zürich gewann 4,6 Prozent an Wert, nachdem die Passagierzahlen im Mai um rund 60 Prozent zugelegt hatten.

(reuters/awp/me)