Der Streik soll bis 08.30 Uhr dauern. Normalerweise stünden 60 Fahrzeuge im Einsatz, aktuell seien es etwa 20, sagte Matthias Gerth von Stadtbus Winterthur auf Anfrage von Keystone-SDA. Den Fahrgästen empfehle man, den Fahrplan zu konsultieren und mehr Reisezeit einzuplanen.
Betrieb und Stadtrat hätten versucht, die Mitarbeitenden von der Ausübung ihres verfassungsmässig garantierten Streikrechts abzuhalten, schrieb der VPOD in einer Mitteilung. Busfahrerinnen und Busfahrer seien nach Mitternacht aufgefordert worden, Fahrzeuge nicht im Depot, sondern an alternativen Standorten abzustellen. Rund ein Viertel der Busse stehe nun ausserhalb des Depots, so Jansen.
Zudem sei es zu aggressiven Konfrontationen durch Vorgesetzte von Stadtbus Winterthur gekommen. «Das können wir so nicht bestätigen», sagte dazu Matthias Gerth. Bei der aktuell aufgeheizten Stimmung sei es normal, dass auch einmal zu etwas lautstarkeren Auseinandersetzungen kommen könne.
Ein gutes Dutzend Busfahrer zogen am Dienstagmorgen vom Depot an den Bahnhof und schwangen VPOD-Fahnen, wie eine Reporterin von Keystone-SDA beobachtete. Sie verteilten Flyer an die Passagierinnen und Passagiere. Um 8 Uhr soll im Depot zudem eine Medienkonferenz stattfinden.
«Stadtrat lässt uns keine andere Wahl»
Hintergrund ist ein seit längerem schwelender Konflikt um die Arbeitsbedingungen. Der VPOD kritisiert kurzfristige sogenannte Springertage mit möglichen Minusstunden, zu tiefe Nachtzuschläge sowie Mängel bei Ersatzdiensten und Dienstplanung. Zudem müssten sich Angestellte an Schäden beteiligen, ohne ausreichende rechtliche Grundlage.
Ein anonymer Mitarbeiter erklärte in einer Mitteilung: «Wir Busfahrer haben in den letzten Jahren unhaltbare Arbeitsbedingungen ausgehalten, um den Nahverkehr in dieser Stadt zu sichern. Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem es so nicht weitergeht. Der Stadtrat lässt uns keine andere Wahl, als in den Streik zu treten.»
Stadtbus Winterthur hatte am Montag erklärt, man bedauere die Unzufriedenheit, halte den Warnstreik jedoch für nicht gerechtfertigt. Verschiedene Anliegen seien bereits erfüllt, für weitere Lösungen in Aussicht gestellt worden. Stadtrat Stefan Fritschi (FDP), dessen Departement die Technischen Betriebe führt, bot laut Stadt Gespräche an. Der VPOD habe diese abgelehnt und zunächst die Erfüllung von Forderungen verlangt.
