«Non siamo un costo, siamo la società!» - «Wir sind kein Kostenpunkt, wir sind die Gesellschaft!», steht auf einem selbstgemalten Plakat. Auf einem leuchtend blau bemalten Karton heisst es: «Spart nicht weg, was die Menschen verbindet.»

Rund 500 Personen zogen am Samstag gegen den Sparkurs der Tessiner Regierung auf die Strasse, wie die Kommunalpolizei Bellinzona auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Partner-Inhalte
 
 
 
 
 
 

Der Tessiner Unia-Leiter Giangiorgio Gargantini schickte bei seiner Rede auf der Piazza Collegiata in der Tessiner Hauptstadt eine «Botschaft der Solidarität» mit den Arbeitnehmenden in die Menge.

Die einzig «nicht privilegierten Personen» seien jene, die sich bei Dunkelheit auf den Weg zur Arbeit machten und heimkehrten, wenn es bereits wieder dunkel sei. Sie seien die einzigen, die wüssten, was «richtige Arbeit» bedeute, fuhr Gargantini fort, bevor der Demonstrationszug weiter in Richtung des Tessiner Regierungsgebäudes zog. Von einem Fahrzeug herab ertönte aus Boxen das Partisanenlied «Bella Ciao».

Tiefrote Kantonsfinanzen

Hintergrund der Demonstration sind erneute Sparmassnahmen der Regierung. Für 2026 erwartet die Tessiner Regierung ein Defizit von knapp 100 Millionen Franken, für die Jahre 2027 bis 2029 ein Gesamtdefizit von 700 Millionen Franken. Mit dem Budget 2026 legte die Regierung Anfang Oktober auch neue Sparmassnahmen im Umfang von 120 Millionen Franken vor.

Linke Parteien und Gewerkschaften sind jedoch nicht gewillt, weitere Sparmassnahmen hinzunehmen, seit rund zwei Jahren finden regelmässig Kundgebungen gegen den Sparkurs der Regierung statt. Im November 2023 gingen 6000 Menschen gegen angekündigte Lohnkürzungen für Kantonsangestellte auf die Strasse.

Die Organisatoren der Demonstration - die Gewerkschaften «Organizzazione Cristiano Sociale Ticinese» (OCST), der schweizerische Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD), die unabhängigen Gewerkschaften des Tessins (SIT) und das Komitee «Stop ai tagli» («Schluss mit den Sparmassnahmen») - fordern auch Lohnerhöungen, um den in den letzten Jahren verlorenen Teuerungsausgleich zu kompensieren.