Trotz erheblicher Probleme wegen der Chipkrise hat Volkswagen 2021 wieder deutlich mehr verdient - aber der Krieg in der Ukraine und die zähen Lieferengpässe halten den Konzern unter Druck.

Wie die Wolfsburger am Freitagabend mitteilten, stieg der Gewinn von Europas grösster Autogruppe auf Basis vorläufiger Zahlen gegenüber 2020 unterm Strich um fast 75 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro. Der Umsatz konnte nach den coronabedingten Schwierigkeiten des Vorjahres ebenso zulegen. Er wuchs um 12,3 Prozent auf 250,2 Milliarden Euro.

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Viele Kunden müssen derzeit lange auf ihren Wagen warten. Die Preise könnten infolge zunehmender Energie- und Rohstoffkosten ebenfalls anziehen, deutete Finanzvorstand Arno Antlitz an. Vieles hänge von Entwicklung und Dauer des Konflikts in Osteuropa ab. Sollte dieser länger anhalten, könnte sich womöglich auch unternehmensintern zusätzlicher Sparbedarf ergeben. An den Investitionen halte VW fest.

Während sich die Finanzkennzahlen 2021 stark verbesserten, schnitt der Konzern bei den Auslieferungen schlechter ab. Die Zahl der weltweit übergebenen Fahrzeuge sank um 4,5 Prozent auf knapp 8,9 Millionen. Auch nach den ersten beiden Monaten dieses Jahres wurde eine Rückgang gemeldet, es ging um rund ein Sechstel abwärts.

Engpässe mit Elektronik-Bauteilen belasteten die Industrie in den letzten Monaten schwer. Die Knappheit dürfte noch eine Zeit anhalten. So sitzen bei VW schon jetzt einige Standorte auf dem Trockenen, weil in der Westukraine gefertigte Kabelbäume fehlen.

Die Produktion in Russland will Volkswagen wie viele andere Firmen zunächst aussetzen. Gleiches gilt für Autoexporte in das Land.