Als Beispiel nannte Lustenberger eine vierköpfige Familie mit zwei kleinen Kindern und einem bisherigen Mietzins von 1800 Franken. Wegen des höheren Referenzzinssatzes, der Teuerung und höheren Nebenkosten müsse diese viel Tiefer in die Tasche greifen. "Insgesamt ergibt dies Mehrkosten von 136 Franken pro Monat allein für das Wohnen", sagte er in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem Tamedia-Titeln.

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Dazu kämen die gestiegenen Lebensmittelpreise und die stark gestiegenen Krankenkassenprämien. Eine weitere markante Prämienerhöhung zeichne sich für nächstes Jahr bereits ab. "Man kann von einer multiplen Krise für Menschen mit tiefen Einkommen sprechen", so Lustenberger. Bereits die Coronapandemie habe gezeigt, dass rund ein Fünftel aller Menschen keine 2500 Franken auf der Seite habe. "Jetzt sind wir ein paar Krisen weiter, und es erträgt eigentlich nichts mehr." Die Caritas-Märkte hätten dieses Jahr in den ersten drei Monaten 40 Prozent mehr Umsatz als in der Vorjahresperiode verzeichnet.

Lustenberger riet Betroffenen, von kostenlosen Budgetberatungen Gebrauch zu machen, die es in den meisten Kantonen gibt. Auch eine allfällige Mietzinserhöhung solle darauf geprüft werden, ob diese gerechtfertigt ist. Er nahm aber auch die Politik in die Pflicht: "Mittelfristig sollte sie für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgen, was nicht ganz einfach ist. Kurzfristig schlagen wir von der Caritas Ergänzungsleistungen für Menschen in prekären Situationen vor."