Das Bundesamt für Zivilluftfahrt bestätigt entsprechende Informationen der "Neuen Zürcher Zeitung" gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es gebe in Europa kein Unternehmen mehr, das diesen in die Jahre gekommenen Jet-Antrieb revidiere.

Ende dieses Jahres hätten aber ohnehin die letzten Passagierflüge stattgefunden. Der letzte Flug der "Mirage IIIDS J-2012 / HB-RDF" wird vom ehemaligen Kommandanten einer Mirage-III-Aufklärungsstaffel, Thierry Goetschmann, durchgeführt. Die Flugzeuge wurden in der Schweiz als Abfangjäger und Aufklärer eingesetzt.

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Bis letztes Jahr startete die Mirage III jährlich rund 24 Mal - zu einem Preis von 15'000 Franken pro Person. Betrieben wurde die letzte flugfähige Mirage III in der Schweiz vom Verein Espace Passion. Eingesetzt wurde das Flugzeug zuletzt mit einer Flugbewilligung in der Spezialkategorie "Antique". Haupteigentümer ist das Militärflugzeugmuseum Payerne.

Geschichtsträchtiges Flugzeug

Angeschafft wurden die Mirage-Kampfflugzeuge in der Schweiz vor rund 60 Jahren. 1961 hatte das Schweizer Parlament 871 Millionen Franken für den Kauf von 100 Mirage-Flugzeugen bewilligt. Die Kosten waren jedoch hoffnungslos aus dem Ruder gelaufen, und 1964 musste die Regierung einen Zusatzkredit von 576 Millionen Franken beantragen. Der Skandal führte zum Rücktritt des Verteidigungsministers Paul Chaudet und einer Reduzierung der Anzahl der Flugzeuge.

Bis 1970 wurden schliesslich 57 Flugzeuge ausgeliefert. Insgesamt kaufte die Schweiz 61 Mirage-Flugzeuge, von denen im Laufe der Jahre zehn durch Absturz verloren gingen. Bis Ende der 1990er-Jahre bildeten die Mirage das Rückgrat der Schweizer Luftwaffe. Im Jahr 2003 wurden die letzten 16 Maschinen ausser Dienst gestellt.