Mit Beginn der Frühschicht soll die Arbeit am Donnerstag ruhen. Schiffe werden dann voraussichtlich nicht mehr abgefertigt. Der Warnstreik soll bis Samstag um 6 Uhr dauern, es wäre der längste seit mehr als 40 Jahren. Rund 12'000 Menschen arbeiten in den 58 tarifgebundenen Unternehmen in Hamburg, Niedersachsen und Bremen.

Vor einer Woche war die sechste Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) ergebnislos zu Ende gegangen. Die Arbeitgeber hatten ihr Angebot noch einmal nachgebessert, sie bieten bis zu 12,5 Prozent, verteilt auf zwei Jahre. Verdi fordert mindestens einen Inflationsausgleich, und das für alle Beschäftigten. Ausserdem soll nach einem Jahr neu verhandelt werden.

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"Wir brauchen einen echten Inflationsausgleich, um die Beschäftigten in allen Betrieben nicht mit den Folgen der galoppierenden Preissteigerung allein zu lassen", hatte Verdi-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth damals das Nein der Verdi-Tarifkommission zum Angebot der Arbeitgeber begründet. Die Arbeitgeber argumentierten, mehr könnten sie sich nicht leisten, "ohne den Fortbestand von Unternehmen zu gefährden".

Vor knapp drei Wochen hatten Hafenarbeiter mit Beginn der Frühschicht mit einem 24-stündigen Warnstreik die Abfertigung von Container- und Frachtschiffen in Deutschlands grossen Nordseehäfen weitgehend lahmgelegt. Betroffen waren die Häfen Hamburg, Emden, Bremen, Bremerhaven, Brake und Wilhelmshaven. Zuvor gab es bei den Hafenarbeitern viele Jahre lang keine Arbeitsniederlegungen.