Versicherte müssen die Karte dafür in ein Lesegerät in der Apotheke einstecken, eine Geheimzahl wird nicht benötigt. Die bereits Mitte Juni angekündigte Neuerung dürfte sich auf das Geschäft der Thurgauer Versandapotheke DocMorris positiv auswirken. Die Gruppe setzt nach dem Verkauf ihres Schweizer Geschäfts vor allem auf den deutschen Markt und ist dort insbesondere der Umsetzung des E-Rezepts abhängig.

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Bis Ende Juli sollen laut dem deutschen Gesundheitsministerium voraussichtlich 80 Prozent der Apotheken diesen neuen Weg per Karte anbieten. Bisher sind E-Rezepte anstelle des gewohnten rosa Zettels schon über eine extra Smartphone-App oder einen ausgedruckten QR-Code einzulösen.

"Sicher, schneller, einfacher"

Der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach setzt auf eine rasche Verbreitung des neuen Verfahrens. "Das E-Rezept macht Verordnung und Abgabe von Medikamenten sicherer, schneller und einfacher", hatte der SPD-Politiker der Nachrichtenagentur DPA gesagt. Am Anfang werde die Nutzung langsam anlaufen, weil sich die Praxen daran gewöhnen müssten. "Mit dem neuen Einlöseweg über die Versichertenkarte wird das E-Rezept aber praxistauglich und Standard."

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung in Deutschland hatte kürzlich vor falschen Erwartungen gewarnt, dass von Samstag an schon in allen Arztpraxen E-Rezepte ausgestellt werden könnten. Geplant ist, dass eine gesetzliche Verpflichtung dazu eingeführt werden soll.

Andere Möglichkeiten bleiben bestehen

Die E-Rezepte werden nach Ministeriumsangaben auf einem zentralen Server (E-Rezept-Fachdienst) in der geschützten Datenautobahn des Gesundheitswesens gespeichert. Beim Einstecken der Versichertenkarte wird die Apotheke autorisiert, E-Rezepte des jeweiligen Versicherten von dort abzurufen und einzulösen.

Es würden keine E-Rezepte auf der Versichertenkarte gespeichert, bei den Karten seien daher auch keine technischen Anpassungen notwendig, hiess es. Die Möglichkeiten per E-Rezept-App oder Papierausdruck könnten auch weiter genutzt werden.