Kursstützend wirkte sich auch der deutliche Rückgang der Energiepreise nach deren jüngster Rekordjagd aus. Als ein Lichtblick erschien den Anlegern das geplante Treffen der Aussenminister der Ukraine und Russlands an diesem Donnerstag im türkischen Antalya.

Zudem deutete die Regierung in Kiew an, dass sie nicht mehr auf einer sofortigen Nato-Mitgliedschaft beharrt und eine Neutralität des Landes nicht ausschliesst. Das russische Aussenministerium betonte laut der Agentur Tass seinerseits, Russland strebe keinen Machtwechsel in der Ukraine an.

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Der marktbreite S&P 500 rückte angesichts dieser Entwicklung um 2,57 Prozent auf 4277,88 Punkte vor. Das war der grösste Tagesgewinn des Index seit Juni 2020. Der technologielastigen Nasdaq 100 stieg mit 3,58 Prozent auf 13'742,20 Zähler noch etwas stärker.

Entspannung an Rohstoffmärkten

Zwar ist die Wall Street seit Beginn des Konflikts deutlich weniger in Mitleidenschaft gezogen worden als etwa die europäischen Börsen, doch summierten sich auch dort die Verluste. Am Mittwoch entspannte sich nun auch an den Rohstoffmärkten die Lage spürbar. Der Preis für ein Fass der wichtigen US-Sorte WTI brach um mehr als elf Prozent ein.

Viele Marktexperten warnen trotz möglicher Schnäppchen bei Aktien vor übersteigerten Hoffnungen. "Ohne eine Deeskalation des Russland-Ukraine-Konflikts könnte es für die Aktienmärkte noch schwer werden, einen Boden zu finden", befürchtet Barclays-Experte Emmanuel Cau.

Und Jürgen Molnar von Robomarkets weist darauf hin, dass selbst bei einem Ende des blutigen Konflikts die geo- und wirtschaftspolitischen Spannungen zwischen Russland und dem Westen nicht aus dem Weg geräumt seien. "Was vor allem bleiben dürfte, sind die Konsequenzen steigender Energie- und Rohstoffpreise für Inflation, Geldpolitik und Wirtschaftswachstum. Nicht zu vergessen die Verwerfungen im Finanzsystem, sollte Russland tatsächlich in die Staatspleite schlittern."

Krisen-Profiteure werden gemieden

Die sich möglicherweise etwas aufhellende Lage zog an den Aktienmärkten starke Sektorrotationen nach sich. Die Verlierer der jüngsten Krise waren nun gesucht und die Profiteure wurden gemieden. So gerieten etwa die Kurse der Energiebranche unter Druck. Chevron , Exxonmobil und ConocoPhillips fielen um 2,5 bis 5,7 Prozent. Auch die Papiere von Zulieferern und Dienstleistern wie Halliburton und Schlumberger fielen deutlich.

Profiteure der neuen Entwicklung waren vor allem die Aktien der Reise- und Freizeitindustrie. So gewannen die Anteile des Online-Reiseportals Booking 7,2 Prozent und die Aktien des Online-Reisebüros Trip.com 5,4 Prozent. Anteile des weltweit grössten Kreuzfahrtanbieters Carnival stiegen um 8,8 Prozent. Die Papiere der Fluggesellschaften American Airlines , United Airlines und Jetblue legten um bis zu gut acht Prozent zu.

Zu den grössten Gewinnern im Dow zählten Nike-Aktien mit plus 4,7 Prozent. Sie wurden von optimistischen Prognosen des Kontrahenten Adidas für das laufende Jahr mit nach oben getrieben.

Der Eurokurs setzte die Erholung vom Vortag dynamisch fort und nahm Kurs auf die Marke von 1,11 US-Dollar. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1070 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0993 (Dienstag: 1,0892) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9097 (0,9181) Euro gekostet.

US-Staatsanleihen gerieten unter Druck. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel um 0,37 Prozent auf 126,70 Punkte auf den niedrigsten Stand seit Ende Februar. Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere stieg im Gegenzug auf 1,94 Prozent.