Den Bericht hatte die Finanzmarktaufsicht (FMA) des Landes selbst in Auftrag gegeben. Demnach konnte beispielsweise ein ukrainischer Oligarch trotz einer "Weissgeld-Strategie" Liechtensteins noch bis 2019 eine Kleinbank dafür nutzen, um undurchsichtige Zahlungen auszuführen.

Eine Stiftung des Ukrainers Kostjantyn Schewago hatte die Kleinbank dem Bericht zufolge bereits 2013 übernommen. Anschliessend richtete das Geldinstitut Konten für 16 Unternehmen ein, die in Verbindung zu dem Milliardär standen. Deloitte zufolge sei der Bank von Anfang an klar gewesen, dass Schewago Transparenz "vermeiden" wolle. So etwas berge ein "hohes Missbrauchspotenzial".

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Das Handeln der Bank sei ungenügend gewesen, urteilten die Prüfer den Angaben zufolge. Es sei zu Finanzströmen gekommen, die laut Deloitte einen Verdacht auf Geldwäsche begründen. Obwohl die Bank der Finanzaufsicht im Jahr 2019 dem "Spiegel"-Bericht zufolge gemeldet hatte, alle Beziehungen zu Schewago einzustellen, habe sie weitere elf Transaktionen durchgeführt.

Mittlerweile befinde sich die Bank nach Eingriffen der FMA in Liquidation, schreibt der "Spiegel". Die FMA habe ein Aufsichtsversagen zurückgewiesen. "Liechtenstein toleriert keine Geldwäsche, die Bekämpfung funktioniert", sagte ein Sprecher dem Magazin.