Am Schweizer Immobilienmarkt ist und bleibt Wohnraum knapp. Anbieter von Geschäftsflächen stehen angesichts der jüngsten geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklung vor zusätzlichen Herausforderungen.

Am Mietwohnungsmarkt bleibt das Angebot wegen stagnierender oder gar rückläufiger Neubautätigkeit knapp, schreibt das Immobilienberatungsunternehmen Wüest Partner in dem am Mittwoch veröffentlichten Immo-Monitoring für den Frühling 2022. Die Coronapandemie und damit auch mehr Homeoffice hätten den Raumbedarf zusätzlich steigen lassen.

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Zudem seien in den letzten Jahren deutlich mehr kleinere Haushalte entstanden. Ausserdem dürfte die Nachfrage wegen der anhaltenden Zuwanderung steigen. Und auch die Flüchtlingswelle aus der Ukraine dürfte laut der Studie zu spüren sein.

Beim Wohneigentum zeichnet sich laut Wüest Partner keine Trendwende ab. Trotz stärkerer Unsicherheiten und tieferer Realeinkommen sei auch im 2022 mit steigenden Preisen zu rechnen - zu gross sei die Nachfrage im Vergleich zum Angebot. Die Preise für Einfamilienhäuser seien 2021 so stark gestiegen wie letztmals vor 30 Jahren und die von Eigentumswohnungen wie seit 10 Jahren nicht mehr. Da trotz Boom die die Bautätigkeit abnehme, dürften die Preise weiter steigen.

Wo vor einigen Jahren die Bevölkerung noch abwanderte, herrscht heute Wohnungsmangel. Die Berggebiete profitierten vom Digitalisierungsschub, so Wüest Partner. Zudem seien die Berggebiete als Wohnsitz für Personen im Pensionsalter immer beliebter.

Höhere Nachfrage und das in den vielen Berggemeinden geltende Zweitwohnungsbauverbot führten dazu, dass das Angebot dort immer kleiner werde, was einen massiven Einfluss auf die Preisentwicklungen habe.

Tiefere Mieten bei Geschäftsflächen

Der Markt für Geschäftsflächen entwickelt sich dank des wachsenden Arbeitsmarktes laut Wüest Partner mehr oder weniger stabil. Allerdings hat 2021 die Laufzeit der neu abgeschlossenen Mietverträge abgenommen. Die mittlere Laufzeit bei den Büromietverträgen betrug 2021 noch 5,3 Jahre.

Die Verkürzung sei auch damit zu erklären, dass häufiger kleinere Flächen an Kleinunternehmen vermietet würden. Diese hätten per se eine kürzere Vertragslaufzeit. Insgesamt erwartet Wüest Partner im laufenden Jahr um 0,9 Prozent tiefere Mieten.

Die Angebotsmieten im Detailhandel dürften wegen des wachsenden Online-Handels um 2,5 Prozent zurückgehen. Da der stationäre Handel weniger Flächen brauche, dürften die Leerstände leicht steigen.

(awp/ske)