Die Verkäufe von neuen Autos haben in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein im ersten Halbjahr 2022 gegenüber dem Vorjahressemester deutlich abgenommen. Gestiegen ist allerdings der Anteil der elektrisch oder hybrid angetriebenen Autos.

Insgesamt wurden in der Berichtsperiode 109'600 Personenwagen neu in den Verkehr gebracht. Das sind 12 Prozent weniger als im Jahr zuvor. «Die Halbjahresbilanz ist alles andere als zufriedenstellend», wird Auto-Schweiz-Mediensprecher Christoph Wolnik in der am Freitag veröffentlichten Mitteilung zitiert.

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Vor allem im Juni waren die Verkäufe um fast einen Fünftel auf 21'277 zurückgegangen.

Marktanteil der Stromer steigt stetig

Positiv entwickelt hat sich der Marktanteil der Steckerfahrzeuge. Rund jeder vierte Neuwagen, der im ersten Halbjahr in Verkehr gesetzt wurde, fährt zumindest zeitweise elektrisch, wie Auto-Schweiz mitteilt. Dabei entfallen 17'992 oder 16,4 Prozent der Neuimmatrikulationen auf batterieelektrische Fahrzeuge. Weitere 9'421 oder 8,6 Prozent seien Plug-in-Hybride.

Vor einem Jahr waren Zahl und der Marktanteil neuer Elektroautos mit 12'319 respektive 9,9 Prozent noch deutlich tiefer.

Steckerfahrzeuge sind also sehr beliebt - ihr Anteil wächst gar rascher als die dafür notwendige Ladeinfrastruktur. «Leider kann der Zuwachs an öffentlicher Ladeinfrastruktur nicht ansatzweise mit den prozentualen Steigerungen bei den Steckerfahrzeugen mithalten», wird Auto-Schweiz-Präsident Albert Rösti in der Mitteilung zitiert.

Zudem halte die derzeitige Diskussion über eine mögliche Strommangellage im kommenden Winter viele Kunden von der Bestellung eines elektrischen Modells ab, heisst es weiter.

VW bleibt Leader

Die meistverkaufte Marke war einmal mehr Volkswagen mit fast 11'000 Fahrzeugen, was aber gegenüber der Vorjahresperiode eine Abnahme um knapp einen Fünftel darstellt. Dahinter folgen BMW (9740) und Mercedes (9250). Auch hier gingen die Verkäufe klar um 22 bzw. 12 Prozent zurück. Dagegen stiegen die Verkäufe bei Tesla auf 4230 Autos (+86%).

(awp/ske)