Von Januar bis Juni 2022 reisten 204'600 Besucher auf das Jungfraujoch, wie der Bergbahnbetreiber am Donnerstag mitteilte. Gegenüber der Corona-gebeutelten Vorjahresperiode bedeutet dies ein Anstieg von 49 Prozent. Im ersten Semester 2019 lagen die Frequenzen allerdings mit 470'900 Gäste noch mehr als doppelt so hoch.

Der Verkehrsertrag der Gruppe stieg insgesamt um 81 Prozent auf 34,7 Millionen Franken. Inklusive der weiteren Erträge durch Gastronomie und Beherbergungen sowie Mieterträgen und weitern Einnahmen resultierte am Ende ein um 70 Prozent höherer Betriebsertrag von 91,1 Millionen Franken

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Der Betriebsgewinn (EBITDA) lag derweil rund dreieinhalb Mal so hoch bei 38,3 Millionen Franken. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 15,3 Millionen. Im Vorjahr stand noch ein Verlust von 9,8 Millionen zu Buche.

Beste Wintersaison sei 2007/08

Alle Segmente hätten bei günstigen Witterungsbedingungen zur erfreulichen Entwicklung beigetragen, heisst es im Communiqué. Nach zwei Pandemiejahren sei bei den Gästen ein Nachholbedarf spürbar. Im Wintersport wurde gar die bisher beste Saison 2007/08 fast egalisiert.

So wurden in der Berichtsperiode 1,06 Millionen Skier Visits (Erstzutritte) verzeichnet. Das sind knapp 50 Prozent mehr als in der gleichen Zeitspanne 2021. Bezogen auf die gesamte Wintersaison 2021/22 wurde damit bei 1,25 Millionen Skier Visits der Rekord der Wintersaison 2007/08 nur hauchdünn verfehlt. Für die hohen Frequenzen gebe es einen Grund: "Die Realisierung der V-Bahn hat die Jungfrau Ski Region beim Wintersport zurück in die 'Champions League' gebracht".

Nur schleppend voran geht den Angaben zufolge aber die Erholung bei den für den Bahnbetreiber so wichtigen internationalen Gruppenreisen. Insbesondere bleiben noch immer viele asiatische Gäste aus. Die Jungfraubahn begründet dies mit den Unsicherheiten bezüglich Reiseeinschränkungen und Flugkapazitäten.

Verhalten optimistisch

Für das zweite Halbjahr zeigt sich die Jungfraubahn-Gruppe verhalten optimistisch und erwartet eine weitere schrittweise Normalisierung. In den Hochsaisonmonaten Juli und August habe sich der Trend des ersten Halbjahres fortgesetzt, heisst es.

Der Geschäftsverlauf im zweiten Semester 2022 werde aber weiterhin von globalen Unsicherheiten geprägt. Die Gruppe verweist auf die Entwicklung der Corona-Situation, den Krieg in der Ukraine, die globalen Konjunktur-, Preis- und Währungsentwicklung sowie Engpässe bei den interkontinentalen Flugverbindungen und Visa-Ausstellungen in einigen asiatischen Ländern.

Die Jungfraubahn sieht damit 2022 weiterhin als Übergangsjahr. Für das Geschäftsjahr 2023 hofft die Gruppe, einen weiteren Schritt in Richtung der Ergebnisse von vor der Pandemie. Dazu sei aber eine weitere Normalisierung der internationalen Reisemärkte - insbesondere bei den Gruppenreisen - notwendig.