Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle bezeichnete das Lufthansa-Angebot für die rund 20'000 am Boden Beschäftigten in der Nacht auf Donnerstag als unzureichend. Das Angebot gleiche nicht annähernd die Inflation aus, erklärte Behle. "Angesichts der aktuellen Preissteigerungen würde das für die Beschäftigten einen deutlichen Reallohnverlust bedeuten."

Die Lufthansa hatte laut den Angaben am Ende des Verhandlungstages drei Varianten eines Angebotes aus Festbeträgen und einer ergebnisabhängigen Komponente vorgelegt. Die Laufzeit soll demnach in allen drei Varianten 18 Monate betragen.

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Die Gewerkschaft fordert 9,5 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und einem Mindeststundenlohn von 13 Euro. Vor der zweiten Verhandlungsrunde vom Mittwoch hatte Behle erklärt, Verdi erwarte ein "klares Signal für deutliche Lohnsteigerungen".

Verdi will das Lufthansa-Angebot jetzt nach eigenen Angaben mit den Mitgliedern diskutieren und das weitere Vorgehen entscheiden. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den den 3. und 4. August 2022 in Frankfurt am Main geplant.

Die Tarifverhandlungen laufen inmitten des Flughafen-Chaos in der Sommerreisezeit. Erst am Mittwoch kündigte die Lufthansa an, wegen Personalmangels weitere 2000 Flüge bis Ende August zu streichen. Die Lufthansa hat bereits mehr als 3000 Flüge im Sommer annulliert. Hauptgrund der Personalnot sind laut der Fluggesellschaft die vielen Corona-Erkrankungen.