Die von der Konjunkturforschungsstelle KOF im Rahmen ihres Consensus Forecast befragten Ökonominnen und Ökonomen rechnen laut Mitteilung vom Montag für 2024 mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandproduktes (BIP) von 1,4 Prozent. Bisher lag die Schätzung bei rund 1,3 Prozent. Unverändert bleibt mit +0,8 Prozent die Prognose für das zu Ende gehende Jahr 2023.

Erstmals wurde auch eine sportevent-bereinigte BIP-Zahl abgefragt: Hier schätzen die Experten im Durchschnitt 1,2 Prozent für das kommende Jahr nach 1,1 Prozent für 2023. Bekanntlich verzerren Fussball-Grossanlässe wie die WM oder EM sowie olympische Spiele das Schweizer BIP wegen der Lizenzeinnahmen der hierzulande ansässigen Sportverbände.

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Deshalb können die bereinigten Zahlen relativ stark abweichen von den nicht-bereinigten Werten und sind auch in Bezug auf die Konjunkturperspektive etwas aussagekräftiger. Oder mit anderen Worten bedeutet dies: Experten erwarten für das kommende Jahr nicht ein deutlich höheres BIP-Wachstum (wie die unbereinigten Zahlen vermuten lassen), sondern ein praktisch unverändertes.

Tiefere Inflation

Etwas optimistischer sind die Auguren im Hinblick auf die Inflationsentwicklung geworden. Neu rechnen sie im kommenden Jahr 2024 mit einer durchschnittlichen Jahresinflation von 1,6 Prozent, nach 1,8 Prozent noch bei der Schätzung im September. Die Prognose für 2023 - hier sind bereits 11 der 12 Monatswerte bekannt - lautet auf 2,1 Prozent (alte Prognose: 2,2%).

Der Inflationsrückgang kommt also nach Einschätzung der Experten schneller voran als bisher erwartet. Zuletzt im November war die Inflation trotz Mietpreissteigerungen leicht auf 1,4 Prozent zurückgekommen. Im neuen Jahr wird aber wegen höheren Strompreisen, weiteren Mietzinserhöhungen und einer Mehrwertsteuer-Erhöhung nochmals ein (zumindest vorübergehender) Anstieg erwartet.

Am neuesten Consensus Forecast der KOF nahmen 14 Ökonominnen und Ökonomen teil, wobei die Umfrage zwischen dem 1. und 13. Dezember durchgeführt wurde.