Der Ausbruch einer neuen Corona-Variante im südlichen Afrika sorgt auch am Schweizer Aktienmarkt zum Wochenschluss für eine klar tiefere Eröffnung. Bereits in Asien haben zahlreiche Börsen mit deutlichen Abgaben auf die Nachricht reagiert und sorgen damit für eine entsprechend negative Vorgabe. Da die US-Börsen am (gestrigen) Donnerstag wegen des Erntedank-Festes «Thanksgiving» geschlossen waren, kommen von dort keine Impulse. Auch am Freitag ist die Wall Street nur verkürzt geöffnet.

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Experten befürchten, dass die Variante B.1.1.529 wegen ungewöhnlich vieler Mutationen nicht nur hoch ansteckend sein könnte, sondern auch den Schutzschild der Impfstoffe womöglich leichter durchdringt. "Die Anleger wurden aufgeschreckt", kommentiert ein Händler. "Und da die US-Märkte geschlossen waren, stimmen die Anleger heute Morgen mit den Füssen ab." Die europäischen Märkte, die durch die derzeit grassierende vierte Covid-19-Welle bereits unter Druck stehen, dürften den Stress laut Marktteilnehmern noch stärker zu spüren bekommen, da das Timing einer neuen Covid-19-Variante zu keinem schlechteren Zeitpunkt für die Eurozone kommen könnte.

Der SMI sackt gegen kurz nach Handelseröffnung um 2 Prozent ab auf 12'195 Punkte ab. 

Swatch und Richemont im Tief

Besonders deutlich kommen jene Werte unter die Räder, die am stärksten unter den Folgen einer weiteren Corona-Welle und den damit einhergehenden Massnahmen leiden dürften. So geben etwa Richemont um 3,9 Prozent nach und Swatch verlieren vorbörslich 2,7 Prozent (noch kein Kurs eingestellt). Beide sind stark vom asiatischen Geschäft, aber auch vom Tourismus abhängig.

Um mehr als 5 Prozent geben auch die Aktien der beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse nach. Zykliker wie ABB oder Holcim folgen mit Abgaben zwischen 3 und 4 Prozent.

Gewinner am Morgen sind Logitech und Lonza, die jeweils rund 1 Prozent gegen den Trend zulegen können. 

Am breiten Markt gehören noch der Reisedetailhändler Dufry (Aktie -10%) und der Flughafen Zürich (-6,0%) zu den Titeln, die deutlich tiefer gestellt werden. Investoren sorgen sich um den Reiseverkehr, der unter strengeren Reiseregeln erneut leiden dürfte.

(awp/mbü)