"Wir sind äusserst empört über die Veröffentlichung der beleidigenden Karikatur vom Präsidenten der Russischen Föderation", hiess es in dem Schreiben. Dieses veröffentlichte der Pressedienst der Russischen Botschaft in der Schweiz am Samstag auf seiner Internetseite.

"Wir glauben, dass die Meinungsfreiheit in keiner Weise mit Freiheit der Verbreitung der Beleidigungen und Fakes kompatibel ist", schrieb die russische Botschaft. Man behalte sich das Recht vor, den Artikel sowie mögliche künftige "verleumderische und beleidigende" Publikationen hinsichtlich der russischen Staatsführung wegen übler Nachrede und Verleumdung anzuzeigen, hiess es.

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Anlass ist den Angaben zufolge ein Artikel in der NZZ-Ausgabe von vor einer Woche am 9. Juli unter dem Titel "Superhelden und Schurken entfalten Schlagkraft im Internet". Darin schrieb die Zeitung, dass der Krieg in der Ukraine auch ein Gefecht der Narrative sei. Sogenannte Memes würden "aufsteigende Underdogs und gefallene Bösewichte" zeigen.

NZZ vorerst stumm

Illustriert war der Text unter anderem mit einem retuschierten Foto von Putin mit roter Clownnase und Regenbogenfarben auf dem Gesicht. Das Foto war zuvor auf Twitter unter dem Hashtag "#PutinWarCriminal" (zu Deutsch "#PutinKriegsverbrecher") verbreitet worden.

Die russische Botschaft hatte die NZZ bereits früher für Berichte über Russland und den Ukraine-Krieg kritisiert. Von der NZZ lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Seit der Entsendung von Truppen in die Ukraine geht Russland im Inland in beispielloser Weise gegen Medien und die Opposition vor. Das Land erklärte mehrere Organisationen für "unerwünscht" und bezeichnete sie als "Bedrohung". Wenn ausländische Organisationen, Stiftungen oder Unternehmen als "unerwünscht" eingestuft werden, drohen Russen mit Verbindungen zu solchen Organisationen hohe Geldstrafen oder Haftstrafen von bis zu sechs Jahren.