Neue Argumente brachten die Vertreter von SVP, SP, FDP, Mitte, Grünen und GLP sowie die Vertreterin der EVP rund zwei Wochen vor den Wahlen zwar nicht vor. Aber sie warben wie schon im eher wenig aufregend verlaufenden Wahlkampf der vergangenen Wochen pointiert für ihre bereits bekannte Positionen. Eine Zuschauerin bilanzierte zum Schluss, sie sei - und das sei schön - in ihrer Haltung bestätigt worden.

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Beim grossen Thema der steigenden Krankenkassenprämien etwa war sich die Runde einig, die Qualität im Gesundheitswesen halten zu wollen, dass Prämiensteigerungen für die Menschen kaum mehr verkraftbar seien, und dass es für das neue Parlament keine Tabus geben dürfe. «Alles muss auf den Tisch», sagte SVP-Vizepräsident Marcel Dettling. Er plädierte vor allem für mehr Eigenverantwortung im Gesundheitswesen.

SP sieht Problem bei der Kostenverteilung

Das zentrale Problem ortete SP-Co-Präsident Cédric Wermuth in der Verteilung der Kosten. Er warb für eine Finanzierung mehr über Steuern als über individuelle Prämien. Dem System mit rund 50 Kassen im Land warf er Ineffizienz und der Pharmabrache Profitgier vor.

FDP-Präsident Thierry Burkart wehrte sich gegen eine stärkere Umverteilung. Er wollte vor allem bei der Digitalisierung und Fehlanreizen im System ansetzen. Mitte-Präsident Gerhard Pfister erklärte, ein Arzt, der mehr behandle, verdiene mehr als jener, der schaue, dass Patienten möglichst rasch geheilt würden. Mitglieder des künftigen Parlaments rief er dazu auf, über alle Lösungsvorschläge zu sprechen, auch über solche aus anderen Parteien.

Grünen-Präsident Balthasar Glättli sprach sich für einkommensabhängige Prämien aus, die helfen würden, eine Zweiklassenmedizin zu verhindern. GLP-Präsident Jürg Grossen warf ein, dass man bei den Kosten ansetzen müsse. Nicht alle Spitäler sollten mehr alles machen. Und EVP-Präsidentin Lilian Studer plädierte unter anderem für Prävention, mehr Digitalisierung und gegen die Medikamentenverschwendung sowie für höhere Familienzulagen und die Prämienverbilligung.