Insgesamt erwirtschaftete die Finanztochter der Schweizerischen Post in den ersten sechs Monaten des Jahres einen knapp 9 Prozent höheren Betriebsertrag von 817 Millionen Franken, wie den am Dienstag veröffentlichten Halbjahreszahlen der Post zu entnehmen ist. Unter dem Strich verdoppelte das Institut den Betriebsgewinn auf 164 Millionen.

Der Rückgang im Zinsdifferenzgeschäft habe zwar angehalten, heisst es weiter. Die Bank habe aber von höheren Erträgen aus den Guthabengebühren und dem Interbankengeschäft profitiert. Zudem hätten höhere Erträge aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft zum guten Ergebnis beigetragen.

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Kundenschwund hält an

Derweil nahm die Zahl der Kunden weiterhin leicht ab: Insgesamt zählte das Institut zum Quartalsende noch knapp 2,49 Millionen Kundinnen und Kunden, rund 90'000 weniger als per Ende 2021. Innert Jahresfrist verlor das Institut sogar mehr als 140'000 Kundinnen und Kunden. Rückläufig entwickelten sich auch die Kundenvermögen: Diese betrugen Ende Juni noch 103,2 Milliarden Franken nach 110,7 Milliarden per Ende 2021.

Der Kundenrückgang ist durchaus erwünscht. Postfinance hatte zuletzt stets betont, dass im aktuellen Zinsumfeld die Kundengelder wegen des Kreditvergabeverbotes ökonomisch nicht sinnvoll angelegt werden könnten. Deshalb und wegen erhöhter regulatorischer Anforderungen peile sie einen Rückgang an. Der Rückgang der Vermögen dürfte derweil vor allem der schwachen Entwicklung an den Finanzmärkten geschuldet sein.

Zudem hat die Postfinance in Kooperation mit Partnerbanken Hypotheken in Höhe von 6,3 Milliarden Franken vergeben. Der Post-Tochter ist es weiterhin untersagt, selbst Kredite und Hypotheken zu vergeben.

Druck auf Zinsertrag

Im zweiten Halbjahr erwartet die Postfinance laut den Angaben im Zinsgeschäft einen deutlich tieferen Ertrag. Hintergrund ist der Zinsschritt der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom Juni, der sich kurzfristig negativ auf die Erträge aus Guthabengebühren und dem Interbankengeschäft auswirke.

Zwar geht die Bank laut den Angaben davon aus, dass sich die Aussichten für das klassische Zinsdifferenzgeschäft mittelfristig wieder verbessern werden. Diese Erholung werde aber nur schrittweise erfolgen.