Ein Moskauer Gericht hat der Credit Suisse die Veräusserung ihrer Anteile an zwei russischen Tochtergesellschaften untersagt. Nach einem Entscheid in einem Disput mit der sanktionierten Transcapitalbank (TCB) ordnete das Schiedsgericht zudem die Beschlagnahme von zehn Millionen Euro des Schweizer Instituts an.

Die Credit Suisse hat gemäss dem Urteil nun einen Monat Zeit, um gegen die Entscheidung Berufung einzulegen. Credit Suisse reagierte am Donnerstag vorerst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. TCB lehnte einen Kommentar ab.

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Ein Kredit in Höhe von zehn Millionen Euro war Teil eines Syndikatsgeschäfts mit dem usbekischen Unternehmen Uzauto Motors, das im vergangenen Jahr vereinbart wurde und bei dem die Schweizer als Vermittler auftraten. Credit Suisse habe es versäumt, die Kreditrückzahlung von Uzauto Motors an TCB am 19. April zu überweisen, als die Vereinbarung fällig war, hiess es in dem Urteil des Schiedsgerichts.

Das US-Finanzministerium hatte TCB am 20. April mit der Begründung sanktioniert, das Institut stehe «im Zentrum der Umgehung von Sanktionen». TCB habe versucht, Geschäfte in China und im Nahen Osten zu gewinnen, indem das Geldhaus mit seiner Fähigkeit geworben habe, die westlichen Sanktionen gegen den russischen Finanzsektor zu umgehen.

TCB hatte das Gericht aufgefordert, die Rückzahlung des zehn-Millionen-Euro-Kredits zu erzwingen, denn die westlichen Sanktionen und die Einstellung der Aktivitäten der Credit Suisse in Russland könnten es unmöglich machen, die Mittel in Zukunft zu erhalten.

Obwohl einige ausländische Banken wie die französische Societe Generale ihr Geschäft in Russland verkauft haben, prüfen etwa die drei grössten westlichen Banken in Russland, Raiffeisen, UniCredit und Citi, ihre Optionen. Russische Beamte haben als Antwort auf westliche Sanktionen gegen den russischen Finanzsektor angekündigt, ausländische Banken am Verkauf ihrer russischen Einheiten zu hindern. 

(reuters/ske)